11. Mai 2015

Neue Hoffnung und neue Stärke - New hope and new strength

Gestern ging der Bibeldialog für Angehörige von Menschen mit Behinderung zu Ende. Zu unserer großen Freude waren auch diesmal wieder einige Neue dabei. Für die Neuen ist es sicher manchmal etwas befremdend, wenn Grüße übermittelt werden von früheren TeilnehmerInnen, die leider nicht mehr kommen können, wenn Postkarten herumgehen an Menschen, die diesmal nicht dabei sein konnten. Es haben sich über die Jahre Freundschaften gebildet, die über die einzelnen Tagungen hinausgehen. Auch wenn Mitarbeitende in Behinderteneinrichtugnen herzlich willkommen sind, so ist ein wesentlicher Aspekt dieser Tagung, dass Eltern sich austauschen können, ohne immer wieder erklären zu müssen, was in einer Familie mit einem behinderten Menschen anders ist, weshalb auch ein schwerstbehindertes Kind geliebt wird wie jedes Kind, und warum man trotzdem manchmal kaum stehen kann unter der Last. Die Gruppe diskutierte lebhaft nach dem hervorragenden Vortrag von Prof. Burtscher über die Probleme älter werdender Eltern von Behinderten. Ich konnte den Frust heraushören, wenn Eltern gleichzeitig dafür kritisiert werden, wenn ihre Söhne und Töchter mit über 20 noch zu Hause leben, obwohl das Gros der jungen Erwachsenen ohne Behinderung auch erst Ende zwanzig auszieht, wenn nicht Studium, Beruf oder Partnerschaft dazwischen kommen. Und mitunter wird ihnen aber auch vorgeworfen, das behinderte erwachsene "Kind" einfach so "ins Heim" zu geben. Dabei bleibt es eines der größten Probleme, einen Platz in einer angemessenen Einrichtung zu finden. Für Schwerstbehinderte ist das nicht einfach, manchmal geradezu unmöglich. Inklusives Verbundwohnen, wie wir es in Zehlendorf gesehen haben, bleibt eine seltene Ausnahme. Hier können Menschen mit unterschiedlich schweren Beeinträchtigungen gemeinsam leben mit so viel oder so wenig Betreuung, so viel Selbstbestimmung, wie sie brauchen und können.Die Pläne für nächstes Jahr sind schon am Werden. Am 18.-22. Mai 2016 findet der nächste Bibeldialog für Eltern vonMenschen mit Behinderung statt.
The Bible Dialogue for parents of people with disabilities ended yesterday. We were happy to welcome several new people in the group that has over the years become a group of friends. It is one of the most important aspects of this conference that parents needs not explain why they love their handicapped child as much as any parent. I could here some frustration when parents talk about how they are chided when their sons or daughters are still living at home in their twenties (when the average age to move out in Germany is 25, in Italy 29). At the same time, there are critical remarks when they do settle their grown "children" in an institution. The biggest problem remains finding a suitable place for a grown person with severe disabilities at all. A place where they can live as autonomously as possible and as cared for as necessary.

Kommentare:

  1. Nur wenig zu den Grüßen und Postkarten:
    In der Bibelstunde bzw. Kirchenchor, an dem ich oft teilnehme, ist es völlig normal, dass man Karte schreibt oder einen Besuch plant. Wenn die Bibel verstanden wird und gelebt wird, wenn der Dialog mit ihr passiert, da ist auch die Gemeinschaft dabei (Apg 2,42).
    Unglücklicherweise kommt es heute immer wieder dazu, dass bevor man gemeinsam dem Text zuhört, will man zuerst verschiedene Voraussetzungen zu der Fachlichkeit oder Theologie der lesenden Person erfüllt zu haben. Im Streit kommt dann Gott und sein Wort nur wenig zum Wort; die sonst natürliche Gemeinschaft wird schwach und zerfällt...
    So freue ich mich, dass die Gemeinschaft beim europäischen Bibeldialog echt ist. Darüber erzählen, denke ich, auch diese 'unkonvetionelle' Zeichen. Möge sie nur auch weiterhin im Frieden behütet werden.

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  2. Lieber David,
    danke für Ihren Kommentar. Ich sehe es genauso. Es ist gut, dass sich echte gemeinschaft bilden kann und noch schöner, wenn sie offen bleibt für immer wieder neue Gesichter. Wenn Sie nächstes jahr keine zeit haben, teilzunehmen, bekomen Sie vielleicht auch eine Karte. Herzliche Grüße aus Berlin.

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  3. Hallo nach Berlin,
    immer wieder staune ich, wie viel Text (der leider
    nicht solche Quanlität wie Quantität beinhaltet) ich im Stande bin, zu produzieren. Glücklicherweise hat ModeratorIn dabei noch viel Verständnis.

    Im Moment sieht es so, dass ich an der diesjhrigen Woche teilnehmen möchte (Ich muss mich nur noch regelrecht anmelden.) Einzelne Eltern sind auch sehr interessiert. Ich werde sehen, ob es jemandem im Endeffekt wirklich klappt (mit dem Termin usw.).
    Liebe Grüße aus Teschener Land.

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