Elke, Prädikantin aus Lemgo hat wieder eine Predigt geschickt, die ich heute mit Euch teilen möchte.
Gott stellt seinen Knecht vor und befreit durch ihn
Schließen sie für einen Moment die Augen und stellen sich Jesus Christus vor. Verschiedene Bilder gehen uns durch Kopf und Gefühl. Und wahrscheinlich, je nach Bedürftigkeit, auch jeden Tag andere. Wie wohltuend, wenn Gott Vater selbst uns seinen Sohn vorstellt. Wir hören das in den Worten des Propheten Jesaja aus dem 42. Kapitel, geschrieben etwa vor 2650 Jahren. Das Menschenkind Jesu ist noch gar nicht geboren. Doch strahlt in jedem Satz bereits das Gotteskind, von dem die Sternsinger, manch andere Weise, du und ich jedes Jahr so gern singen und erzählen.
Jesaja beginnt mit einer knappen Aufforderung und einem Versprechen in einen Satz: Seht, das ist mein Knecht, zu dem ich stehe. Gott selbst hat Jesaja diese Worte in den Mund gelegt. Er fordert zum Hinschauen, zum Ansehen des Sohnes auf und verspricht, dass er zu diesem Gotteskind steht. Mich macht das heute neugierig. Und zugegeben, die nächsten Sätze erwecken durchaus Zwiespalt in mir:
Ich habe ihm meinen Geist gegeben. Er sorgt bei den Völkern für Gerechtigkeit. Gottes Geist in Christus, davon erzählen seine Weggefährten überzeugend. Ich bin sicher, ohne Gottes Geist gelingt nichts. Gerechtigkeit für die Völker, darauf warte ich verzweifelt, weil ich doch immer noch mehr Ungerechtigkeit sehe. Da bleibt mir Beten und Bitten mit Flehen, zuweilen recht laut.
Er, also das Gotteskind, schreit nicht und ruft nicht laut. Seine Stimme schallt nicht durch die Straßen. Gemäß meiner Ungeduld und meiner Natur bin ich enttäuscht. Erst recht beim Anblick der unendlich vielen Opfer hätte ich gern den laut rufenden empörten Christus, der überall gut zu hören ist. Gotteskind erbarme dich und hilf! Zumindest, folgt jetzt ein doch tröstendes Versprechen:
Ein geknicktes Schilfrohr zerbricht er nicht. Einen glimmenden Docht löscht er nicht aus. Hoffnung blüht auf! Ja, und eigene Erfahrung erzählt dankbar. Schon oft war ich angeknackst, sehr geknickt, schon oft in Gefahr, dass mein Feuer ausging. Und trotzdem ging und geht es weiter, - In allem Gott ganz nah, zeitweise der Heiland gefühlt auf meiner Bettkante, neben und in mir. Ganz erfüllt meine Vorstellung vom Retter auch meiner kleinen Welt. Und das ganz still und leise. Gott sei Dank, Gotteskind! Ich ahne:
Er bleibt seinem Auftrag treu und sorgt für Recht. Auch das erleben Menschen, ich erinnere an die friedliche Revolution in unserem Land. In Kirchen und mit Gebeten und Kerzen gegen Staatsgewalt und Angst nahm sie ihren Anfang.
Und morgen geht es hier weiter mit dieser Predigt. Danke, Elke.
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