4. April 2026

Karsamstag - der letzte Stopp auf dem Weg hin zu Ostern

 Was wird am Karsamstag gefeiert?

Der Karsamstag ist ein Tag der Stille und des Wartens. Als Fest ist er weniger bekannt, doch theologisch bedeutend: Er erinnert an die Grabesruhe Jesu – zwischen Tod und Auferstehung, zwischen Hoffnung und Zweifel. An diesem Tag – auch „stiller Samstag“ genannt – läuten in der Regel keine Glocken. Falls am Abend ein Gottesdienst gefeiert wird, ertönt nur eine einzelne Glocke.

Im Berliner Dom z.B. 22.00 – 23.30 Uhr feiern wir die Heilige Osternacht mit Tauferinnerung und Abendmahl, auch wieder als Live-Übertragung auf https://www.berlinerdom.de/live.  Mit Dompredigerin Christiane Münker, Domprediger Stefan Scholpp, den Berliner Dombläsern und Domorganist Andreas Sieling. Den Weg nach Ostern haben wir fast geschafft.

Und morgen ist Ostern! Warum ist Ostern das wichtigste Fest?

Ostern feiert die Auferstehung Jesu von den Toten. Das Fest steht für neues Leben, Hoffnung und den Sieg des Lebens über den Tod – im Zentrum des christlichen Glaubens.

Am späten Abend des Karsamstag oder den frühen Morgenstunden des Ostersonntag feiern Christinnen und Christen die Osternacht, denn nach den biblischen Berichten ist Jesus in der Nacht auferstanden und die Frauen fanden am frühen Morgen das leere Grab vor. Wird der Gottesdienst am Abend gefeiert, kann die Auferstehung durch Kerzenlicht symbolisiert werden; feiert man in den Morgen hinein, wird es von selbst hell. In jedem Fall ist der Übergang vom Licht zum Dunkel ein eindrucksvolles Symbol für die Auferstehung Christi. Das Leben ist stärker als der Tod; Gott überlässt die Menschen nicht sich selbst; die Welt bekommt eine neue Perspektive: In dieser hoffnungsvollen Botschaft liegt die Bedeutung von Ostern.

Der Ostersonntag ist in allen christlichen Konfessionen ein Freudenfest und Höhepunkt des Kirchenjahrs. Entsprechend festlich wird er begangen: Alle läutbaren Glocken erklingen gemeinsam, das liturgische Schwarz der Karwoche ist abgelöst von festlichem Weiß, Kerzen leuchten, es wird gesungen und häufig auch musiziert.M it Ostern endet die siebenwöchige Passions- und Fastenzeit. Zur Feier des Tages gibt es daher nach dem Gottesdienst in vielen Gemeinden ein Osterfrühstück. Auch wenn die Ostereier nicht unbedingt aus der christlichen Tradition stammen, lassen sie sich doch als Symbol für das Leben und die Unendlichkeit deuten.

Und morgen um dann auf jeden Fall in die Kirche, z.B. den Berliner Dom, der für besonders festliche Gottesdienste einfach perfekt ist. Aber alle christlichen Gemeinden werden morgen besonders frohe Festgottesdienste feiern. Im Dom gibt es aber wieder eine Live-Übertragung auf https://www.berlinerdom.de/live, denn es gibt  viele, die sich auch an diesem Freudentag nicht aufmachen können.

Im Dom predigt am Ostersonntag Bischof Dr. Christian Stäblein und es singt der Staats- und Domchor Berlin. Und natürlich hören wir Domorganist Andreas Sieling an der wirklich großen Sauerorgel. Für englisch-verstehende Gäste gibt es auch eine Übersetzung des ganzen Gottesdienstes in einer der Logen, aber die Osterfreude braucht eigentlich keine Worte.

Ehe ich es vergesse: Auch am Ostermontag von 10.00 – 11.30 Uhr wird noch einmal festlich Gottesdienst mit Abendmahl gefeiert, auch live übertragen auf https://www.berlinerdom.de/live

Bis dahin aber Ihnen/Euch allen gesegnete Ostertage!

Eure/Ihre Tamara

3. April 2026

Zum Karfreitag im Protestantismus

Der Karfreitag im Protestantismus

Zum Karfreitag gibt es viel zu sagen, und nach vielen Gesprächen mit verschiedenen Theolog:innen bei den Europäischen Bibeldialogen zur „Kreuzestheologie „Sühnetod Jesu“… poste ich doch lieber einen Text von der Website der Evangelischen Kirche: https://www.ekd.de/Karfreitag-Basiswissen-Glauben-54865.htm

Also: Ist der Karfreitag der höchste evangelische Feiertag? „Das ist nur in bestimmter Hinsicht richtig. Evangelischer Frömmigkeit ist das Bemühen um Wahrhaftigkeit wesentlich. Es gilt, nicht nur nach außen als Christ oder Christin zu leben, sondern es innerlich wirklich zu sein. Der Tod Jesu ist so eine Mahnung an die Gewissen. Im Angesicht des Kreuzes muss jeder Christ und jede Christin sich fragen, wie ernst es ihm oder ihr mit dem Glauben ist und ob man bereit ist, Jesus auf seinem Leidensweg zu folgen. Solche Selbstkritik kann jedoch nur recht üben, wer über dem Klagen das Frohmachende des Evangeliums nicht vergisst. Kurz: Der wahre Sinn des Kreuzes erschließt sich erst an Ostern. So gesehen ist Ostern, die Feier der Auferweckung Jesu, das höchste Fest der Christenheit. Dazu morgen mehr…

Aber zu den Bräuchen am Karfreitag: In allen Bundesländern Deutschlands ist der Karfreitag ein gesetzlicher „stiller Feiertag“. An ihm dürfen bestimmte Märkte, Musik- und Tanzveranstaltungen nicht stattfinden. Der Verzicht kann auch das Essen betreffen. Nach alter Tradition essen evangelische Christen und Christinnen am Karfreitag Fisch, die klassische Fastenspeise. In Erinnerung an den Karfreitag wird in den meisten Mensen und Kantinen an jedem Freitag Fisch serviert. 

In der evangelischen Kirche wurde der Karfreitag lange mit festlich gestalteten Abendmahlsgottesdiensten begangen. Daneben sind in jüngerer Zeit schlichtere Feiern getreten, oft zur Todesstunde Jesu (15 Uhr) oder am Abend. In ihnen wird auf Altarschmuck und Kerzen verzichtet. In vielen Gottesdiensten schweigt die Orgel. Auch verzichten viele Kirchengemeinden am Karfreitag auf das Glockenläuten. Die liturgische Farbe des Tages ist Schwarz.

Dass heute im Berliner Dom um 10 Uhr Gottesdienst gehalten wird, habe ich ja schon gestern angekündigt, aber um 15 Uhr ist im Dom auch eine Andacht zur Sterbestunde Jesu, auch als Live-Übertragung auf https://www.berlinerdom.de/live und auf BibelTV Und weil der Karfreitag auch ein besonderer Tag der Kirchenmusik ist, singen der Staats- und Domchor Berlin und die Sing-Akademie zu Berlin und der Tenor András Adamik.

Für Menschen, die gerade in Berlin sind, geht es danach live im Dom musikalisch weiter, aber dazu mehr hier: https://www.berlinerdom.de/termine/ 

2. April 2026

Gründonnerstag im Berliner Dom und online

Was bedeutet der Gründonnerstag im Christentum?

Am Gründonnerstag erinnern sich Christinnen und Christen an den letzten Abend, den Jesus vor seiner Gefangennahme mit seinen Jüngern verbrachte: Mit Brot und Wein nahm er Abschied von ihnen und trug ihnen auf, in Erinnerung daran künftig gemeinsam ein solches Abendmahl zu feiern. Nach dem Essen ging Jesus in den Garten Gethsemane, wo er bis zu seiner Festnahme betete und weinte. Darauf bezieht sich auch der Name „Gründonnerstag“, der vom althochdeutschen „grunen“ für „weinen“ oder „greinen“ abstammt. 

Traditionell wird in den evangelischen Kirchen am Abend des Gründonnerstag ein Abendmahlsgottesdienst gefeiert. In Brot und Wein erfahren Christinnen und Christen dabei die Gemeinschaft untereinander und mit Jesus; sie bezeugen sein Leiden und Sterben und vergewissern sich der Vergebung ihrer Sünden. Das Glockenläuten am Abend des Gründonnerstags erinnert ebenfalls daran, wie Jesus in der Nacht vor seiner Gefangennahme voller Todesangst in Gethsemane betete. Für dieses Gedächtnisläuten wird nur eine Glocke benutzt.Mehr zu Bräuchen zum Gründonnerstag und rund um Ostern finden Sie auch hier: https://www.ekd.de/ostern-brauche-tradition-christlich-13267.htm

Natürlich gibt es heute auch im Berliner Dom, einen besonderen Gottesdienst zur anbrechenden Nacht und mit Abendmahl von 20:00 bis 21:30 Uhr.  Für alle, die nicht in Berlin sein können, gibt es den Gottesdienst such als Live-Übertragung auf https://www.berlinerdom.de/live. Es predigt unsere Dompredigerin Christiane Münker und unser Domprediger Stefan Scholpp führt durch die Liturgie. Musikalisch wirken mit Sopran Lotte Kosack und Domorganist Andreas Sieling. 

Ich sitze da vermutlich schon an meiner Übersetzung für den Gottesdienst am Karfreitag. Zum Karfreitag mehr morgen hier im Blog, aber für Ihre Planung schon jetzt: Der Gottesdienst mit anschließender Karfeitagsprozession beginnt wie von Sonntagen her gewohnt um 10 Uhr und wird auch gestreamt auf: https://www.berlinerdom.de/live. Es predig: Domprediger Stefan Scholpp und es singt die Schola der Berliner Domkantorei unter der Leitung von Domkantor Adrian Büttemeier. 

Das war auch nicht der letzte besondere Gottesdienst vor Ostern, aber dazu einfach mal auf der Website des Berliner Doms nachschauen: https://www.berlinerdom.de/termine/.

 

 

 

 

 


1. April 2026

Was ist die Karwoche?

Wir sind mitten in der Karwoche. Bevor ich nach Ostern die Bibeldialoge diesen Sommer vorstelle, vier Tagungen in drei Ländern ..., erstmal hier ein paar Gedanken zur Karwoche. Was ist die Karwoche?

Die Woche, in der Karfreitag liegt, heißt Karwoche. Die Festtage dieser Woche beziehen sich auf wichtige Ereignisse des Lebens Jesu: Am Palmsonntag – das war der letzte Sonntag – wurde des Einzugs Jesu in Jerusalem gedacht. Nun bewegen wir uns mit großen Schritten auf das höchste Fest der Christen zu (nein es ist nicht Weihnachten! 😉): Ostern. Aber bis dahin wird noch viel geschehen.

Am Gründonnerstag erinnern sich Christinnen und Christen an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern am Vorabend seiner Kreuzigung. Die Einsetzungsworte bei jeden Abendmahlsgottesdienst sind genau aus dieser Situation genommen, wie bei Matthäus 26,26-29, und bei Lukas 22,14-20 beschrieben. Dem Karfreitag folgt der Karsamstag, der Tag der Grabesruhe. Mit diesem Tag endet die Karwoche.

Am Ostersonntag feiern Christinnen und Christen dann die Auferstehung: Gottes Sieg über den Tod. Mehr dazu dann die Tage hier im Blog. Oder auch hier: https://www.ekd.de/karwoche-94511.htm wo ich mir die Infos hergeholt habe.

Morgen geht die Reise hin zu Ostern weiter.

27. März 2026

Palmsonntag im Berliner Dom und online

Das kommende Wochenende am Berliner Dom wird wieder musikalisch, aber am Samstag muss man dazu eben doch in Berlin sein.

Die dreiviertel Stunde der Dommusik ab 18 Uhr und mit dem Staatsunddomchor erfreut mit dem Kapellchor des Staats- und Domchores Berlin, mit Susanne Zapf an der Violine, Bo Wiget am Violoncello, Martin Ripper mit seiner Flöte, Marco Heise an Klavier und Wegscheider-Orgel. Dazu singt Cornelia Knoch, (Sopran) und nicht zu überhören: An der großen Sauerorgel spielt unser Domorganist Andreas Sieling.

Am Sonntag um 10.00 (bis ca. 11.30 Uhr) feiern wir dann den Gottesdienst Palmarum, auch Palmsonntag genannt. Wir denken an den Einzug Jesu in Jerusalem. Der Palmsonntag steht am Anfang der Karwoche. Wenig später wird Jesus ans Kreuz geschlagen. Durch die Tiefe führt Gottes Weg zur Verherrlichung.

Es predigt Domprediger Stefan Scholpp und musikalisch wirken außerdem der Oratorienchor der Berliner Domkantorei unter der Leitung von Domkantor Adrian Büttemeier mit. An der großen Sauerorgel hören Sie auch wieder Domorganist Andreas Sieling. Wer Gäste zu Hause hat, die kein Deutsch verstehen, aber Englisch, kann sich den ganzen Gottesdienst sogar in einer der Logen übersetzen lassen. 

Dazu muss man allerdings in Berlin sein. Für alle anderen gibt es den ganzen Gottesdienst als Live-Übertragung auf https://www.berlinerdom.de/live.

Und wer wie ich nicht genau zu 10 Uhr live mit-streamen kann, findet die Gottesdienste auch noch später in der Mediathek des Berliner Doms.

Euch/Ihnen allen ein gesegnetes Wochenende
Ihre/Eure Tamara

26. März 2026

Was uns Jesu Auferstehung hoffen lässt – Online-Abend zu Glaubensfragen

Noch sind wir auf dem Weg nach Ostern und die Worte von Elkes predigt (die ich die letzten drei tage hier gepostet habe, begleiten uns. Noch folgt erst Palmsonntag und dann Karfreitag mit seiner Traurigkeit, und doch müssten wir eigentlich voll Hoffnung sein, denn Ostern kommt ja mit Sicherheit:

„Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?“, so schrieb der Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Gemeinde in Korinth (15,54f) - und verbreitete damit eine unglaubliche Hoffnung. Gilt diese Hoffnung, die aus der Auferstehung Jesu entspringt, allein im Blick auf den Tod Jesu am Kreuz? Oder bezieht sie ihre Kraft auch daraus, dass sie sich auf den Tod aller Menschen richtet, also auch auf unser eigenes Sterben? Und könnten wir eine solche Hoffnung überhaupt annehmen, aus ihr heraus leben, auch wenn gegenwärtige Krisen uns oft alle Hoffnung rauben?

Am 13. April laden wir ein, Fragen zu stellen. Holger Schmidtke, ordinierter Theologe, Religionspädagoge und langjähriger Leiter mehrerer Europäischer Bibeldialoge, lässt uns nach einem kurzen Impuls zum Thema miteinander ins Gespräch kommen.

Anmelden am besten über die Website der Evangelischen Akademie zu Berlin: Was uns Jesu Auferstehung hoffen lässt – Evangelische Akademie zu Berlin

Die Online-Dialoge zu aktuellen Glaubensfragen sind eine Zusammenarbeit der Europäischen Bibeldialoge mit dem Evangelischen Forum Berlin/Brandenburg (Landesverband der Evangelischen Akademikerschaft e.V.).

25. März 2026

Predigt auf dem Weg nach Ostern | Teil 3

 Heute noch der letzte Teil von Elkes Predigt zu Matthäus 11, 28-30 und Hebräer 13, 12-14

Ich bin gefragt, meine Mitmenschen als Geschwister zu lieben, eben auch die Unbequemen. Halten wir uns an notwendige lebendige WORTe. ER, der Gottessohn, meint es gut mit uns, gibt uns keine Lasten, die wir nicht tragen können.

Das Matthäusevangelium aus dem judenchristlichen Milieu mit vorprogrammierten Konflikten. Im Hebräerbrief, vermutlich von einem Paulusanhänger und etwa zur gleichen Zeit verfasst, hören wir:  Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen. (Hebräer 13, 12-14)

Das Volk, und da beziehe ich gern die gesamte Christenheit ein, geheiligt durch Christi Blut. Vertrauter Text und vertraute Auslegung, liebe Gemeinde. Unstrittig verstanden die Erinnerung an sein Opfer, Christi Kreuzigung, die vor den Stadttoren geschah. Auch der Verfasser des Hebräerbriefes, eindeutig in Christi Nachfolge, kennt Ausgrenzung und Schmach. Er fordert uns vor die Tore, heraus aus der sicheren Stadt, moderner gesagt, außerhalb unserer Komfortzone zum Handeln. Christus Schmach tragen, sein Joch auf uns zu nehmen, ist kein fröhlicher Frühlingsspaziergang. Verspricht aber Schritt für Schritt gelingendes Leben trotz aller Mühe im irdischen Leben, trotz meiner engen Grenzen. Das drückt sich vielleicht auch Namen eines Biergartens im Victoriapark in Berlin Kreuzberg aus. Der heißt nämlich Golgatha. Unser Leben zwischen Beten und Handeln, Eintreten für das WORT, Feiern und Hoffen, weil wir eben wissen: Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern suchen die Zukünftige. Deshalb mit Gottvertrauen morgens das Frühstücksbrett und die Gebetsbank, den Apfel und den Tee sorgsam bereiten. Den Tag von Gott empfangen. Nachtreste loslassen, Kostbarkeiten bergen, Widerspruch abschütteln! Im Abendgebet dankbar GOTT den Tag zurückgeben und das Zukünftige gelassen besingen. (nach Lisa F. Oesterheld aus Gottesschimmer, geistliche Gedichte)

Und nicht zuletzt in der Passionszeit auch immer wieder freudig und fleißig von Christus lernen. Er hat vorgelebt, Gott, dein Wille geschehe. Für uns will er unser und der Welt bestes. Sein Schüler, seine Schülerin zu sein, bleibt lebensnotwendig. Ohne unseren Lehrer geht es nicht. Dann wird es leicht. Zeige mir deinen Weg, wo mein Glück ist, wo mein Herz. Show me Lord, from the start, where´s my treasure, where´s my heart. @2010Dyba Music. www.jud/bailey.com

Bald feiern wir Palmarum. Jesus reitet auf einem Eselfüllen in Jerusalem ein. Machen wir uns mit auf den Weg, jubeln und singen ein zu Herzen gehendes HOSIANNA, gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn. Und der Friede, der höher ist als alles, was wir verstehen, bewahrt Gott sei Dank unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus, unserem Erlöser und Bruder. Amen

 Ja, die Passionszeit geht ihrem Ende entgegen, aber wir bleiben unterwegs. morgen stelle ich noch einen Online-Abend vor der zwar erst nach Ostern stattfindet, aber  doch unsere Hoffnungen auf Leben berühren will. 
Danke, liebe Elke.

24. März 2026

Predigt auf dem Weg nach Ostern | Teil 2

Predigt zu Matthäus 11, 28-30 und Hebräer 13, 12-14 - den ersten teil der predigt habe ich gestern hier gepostet.

Unendlich schweres trägt Christus, unbestritten! Gerade in der Passionszeit erinnern wir uns dieser Größe und seinen Schmerzen. Und wohl niemand von uns kann so etwas aushalten. Weshalb bringt Jesus gerade sein schweres Joch und fordert uns, es IHM gleichzutun und zu lernen?

Zu schnell! Klar diese Frage drängt sich auf. Aber zuvor spricht Jesus eben die so großartige Einladung aus. Kommt her zu mir alle, die ihr schwer tragt, ich will euch erfrischen. Das war und ist in einer Welt voll von politischem Stress, sozialer Ungerechtigkeit, nationaler Traurigkeit das ersehnte Gotteswort. Christi Angebot der Ruhe außerdem eine erfrischende, direkte Alternative zu geistiger Müdigkeit. Damals die Tempelzerstörung, heute massenhafte Kirchenaustritte!

Christus bietet die unbequeme, aber zeitgemäße und hoffentlich lebensverändernde Lösung. Nehmt, wie ich. das Joch auf euch und verkündet Gottes Reich, sanftmütig und dien-mütig von Herzen. So schafft Gott in Christus Recht. Ist das die Botschaft, die wir am Sonntag Judika gelernt haben?

Laut und mit Zorn vertrieb Er, der empörte Jesus, die Händler aus dem Tempel. Einspruch und Widerstand gehören zu Gottes Recht. Überzeugt und glaubhaft spricht unser Heiland demzufolge: „Mein Joch ist sanft, und meine Last leicht.“ Wie so oft, schwer begreiflich und durchaus unbequem, unser Lehrer. Bin ich also gerufen, in seinem Sinn weiterzumachen um zu leben? Jesus Christus, unverfügbar, für mich Menschenkind das Gotteskind. Eben nicht nur klein und niedlich im Stall oder dem Arm seiner Mutter. Aber liebend bis in alle Ewigkeit.

Die am Urtext nahe BB übersetzt: Kommt her zu mir alle, die ihr euch abmüht und belastet seid! Ich will euch Ruhe schenken. Nehmt das Joch auf euch, das ich euch gebe. Lernt von mir: Ich meine es gut mit euch und sehe auf niemanden herab. Dann werden eure Seelen Ruhe finden. Denn mein Joch ist leicht. Und was ich euch zu tragen gebe, ist keine Last.

Tröstlich, hier ist endlich von Ruhe die Rede. Nicht Unruhe über schwere Texte soll meine Seele beschweren. Interessant – nehmt auf euch das Joch, das ich euch zu tragen gebe. Wir sind nicht gefordert, die Welt zu erlösen. Das ist und bleibt Christus Werk. Das er jedem und jeder von uns eine Aufgabe, Talente und Kraft, nicht zuletzt den HL Geist schenkt, damit kann ich schon eher leben. Klar, nicht immer ist es leicht oder bequem Christus zu folgen. Ich bin gefragt, meine Mitmenschen als Geschwister zu lieben, eben auch die Unbequemen. Halten wir uns an notwendige lebendige WORT. ER, der Gottessohn, meint es gut mit uns, gibt uns keine Lasten, die wir nicht tragen können.

...und morgen folgt hier der dritte und letzte Teil der predigt, die uns Elke, Prädikantin aus Lemgo, geschickt hat. Danke für deine anregenden Gedanken.


23. März 2026

Predigt auf dem Weg nach Ostern | Teil 1

Predigt von Elke aus Lemgo zu Matthäus 11, 28-30 und Hebräer 13, 12-14

Gott, schenk uns ein Wort für unser banges Herz und ein Herz für dein ewiges Wort. Amen
Gnade und Friede ist mit uns von Jesus Christus, unserem Lehrer.

Kinder im letzten Kindergartenjahr freuen sich, dass sie nun endlich zu den Großen gehören. Sie fiebern dem Tag entgegen, an dem sie endlich in die Schule dürfen. Schulkind sein – was verbinden sie mit dieser Vorstellung? Lesen, schreiben, rechnen, nicht mehr an der Hand von Mutter oder Vater, sondern bald allein den Weg bewältigen, Neugierde auf den oder die Lehrerin und neue Gesichter. Wir alle wissen, diese Begeisterung lässt oft zu schnell nach. Alltag und auch Lernschwierigkeiten begegnen den so Motivierten. Und auch die Lehrerin, der Lehrer, ach, die sind doch einfach doof. Zum Glück gibt es mehrfach im Jahr Ferien. Dennoch wissen wir alle: Lernen ist unbedingt lebenswichtig.

Wir gehen auf Ostern zu. Ich sehne mich nach der Auferstehungsfreude, nach dem Unfassbaren. Wir wollen alle fröhlich sein! Doch zuvor in der Passionszeit mutet uns Christus manch schroffes Wort zu. Der Meister ernst und seine Worte durchaus kaum vorstellbare Zumutung. Zu denen, die ihm folgen wollen: „Lass die Toten ihre Toten begraben“. Zu Petrus, dem späteren Fels: „Ehe der Hahn kräht wirst du mich 3x verraten“. Und zu der fleißigen Martha: „Deine Schwester Maria hat das bessere Teil erwählt“, als diese, zu seinen Füßen sitzend, IHM und seiner Botschaft lauscht. Ist das Recht? Und was sagt er zu mir am Sonntag Judika, an dem wir beten: Schaffe mir Recht!

ER, der doch alle, Gott sei Dank auch mich, einlädt in seine Gemeinschaft, besonders wenn es mir dreckig geht, ich mühselig und beladen bin. ER, der mir Erquickung und Ruhe verspricht. ER, mein Heiland, der mich aufrichtet, tröstet, liebevoll ansieht, und sich für mich einsetzt. ER, der mich nicht erst am Lebens-ende zum Leben befreit. ER, meine Hoffnung und meine Freude hat sagt heute so befremdliches, fast unverständliches: Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Die vorausgehende Einladung mit den werbenden Worten nehme ich gern in Anspruch. Daran glaube ich. Christi Nahesein erquickt mein Leben täglich. Nun aber die schweren Worte vom aufzunehmenden Joch. Worte, die wir nur beim Evangelisten Matthäus lesen. So wie wir es gehört haben übersetzt von Martin Luther. Damals im jungen Christentum aufgeschrieben wohl von einem Schüler oder Anhänger des Matthäus, etwa um das Jahr 85. Das jüdische Volk hatte gerade den verheerenden jüdisch-römischen Krieg (66-73) durchgemacht, und ihr kostbarer Tempel in Jerusalem war zerstört. Die Gesellschaft, eine Mischung aus alter jüdischer Tradition unter dem starken Einfluss der römischen hellenistischen Kultur. Es war eine Zeit mit einer großen Kluft zwischen Arm und Reich. Das einfache Volk litt unter großer Armut + brutaler Gewalt. Jesu besondere Fürsorge für die Armen und Vergessenen - eine wahrhaft revolutionäre Botschaft.

In diese Situation spricht Matthäus. Das Wort Joch hat viele Bedeutungen. Als Tragejoch klingt es nach schwerer Arbeit. In der Vergangenheit leisteten das meist Pferde in der Landwirtschaft. In Afrika wird es bis heute, vorwiegend von Frauen, über der Schulter zum Lastentransport getragen. Schon der Gedanke daran lässt vielleicht nicht nur meine Schultern schmerzen.

Unendlich schweres trägt Christus, unbestritten! Gerade in der Passionszeit erinnern wir uns dieser Größe und seinen Schmerzen. Und wohl niemand von uns kann so etwas aushalten. Weshalb bringt Jesus gerade sein schweres Joch und fordert uns, es IHM gleichzutun und zu lernen? 

Danke.liebe Elke, für deine predigt - der zweite Teil folgt hier morgen.

20. März 2026

Das Wochenende im Berliner Dom | online oder in Berlin

Das Wochenende naht und so auch das gottesdienstliche und musikalische Angebot im Berliner Dom.

Bevor ich also nächste Woche mal wieder eine predigt von Elke aus Lemgo poste, erst mal die Einladung in den Berliner Dom. Wer sich am Wochenende tatsächlich in Berlin aufhäl,t kann nicht nur den immer wieder besonderen Gottesdienst im Dom direkt erleben sondern auch eine Sonderausstellung des Bachhauses Eisenach „Ohne Berlin kein Bach“, die noch bis zum 3. Mai im Flur zur Kaiserloge zu sehen sein wird. Lohnt sich. Muss man aber in Berlin sein.

Die Ausstellung erläutert die Bach-Wiederentdeckung um 1800 in Berlin und die Hintergründe der Bachfest-Idee, die Veranstaltungen zum Berliner Bachfest 1901 und die weiteren Berliner Bachfeste 1926, 1976 und 1991. Regelmäßige Bachfeste gibt es seit 125 Jahren. Das erste fand 1901 in Berlin statt. Zum Jubiläum veranstaltet das Bachhaus Eisenach diese Kabinettausstellung im Berliner Dom. Zu allen Themen werden Original-Dokumente gezeigt.

Für alle, weit und breit und zu weit weg, gibt es aber immerhin den Dom-Gottesdienst im Live-Stream auf https://www.berlinerdom.de/live

Es predigt Bischof Frank Kopania, Vizepräsident des Kirchenamtes der EKD und damit auch Auslandsbischof der EKD. Durch die Liturgie führt Dompredigerin Christiane Münker. Die Orgelmusik wird mit Sicherheit wieder exquisit. 😊 Unser Domorganist spielt die große Sauerorgel.

Euch allen ein gesegnetes Wochenende
Tamara