4. Dezember 2021

Der Berliner Dom im Advent

 *** If you wish to read this in English, please, mail to hahn@eaberlin.de.

Eigentlich sollte es im Dom schon längst wieder normales Gottesdienst geben; statt dessen Gottesdienst nach der 2G-Regel, also nur für Geimpfte und Genesene. Es geht wohl nicht anders, aber es tut weh. Die Menschen, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen, die ich garantiert nicht alle gutheißen würde, noch nicht impfen gelassen haben, dürfen nicht einmal mit einem Negativ-Test in den Gottesdienst. Die Kirchen haben sich das nicht ausgesucht und ihre Hygiene-Konzepte haben eigentlich gut funktioniert. Ich war selbst ein paar Mal wieder live im Gottesdienst und auch die Gottesdienstbesucher sind bei uns braven Protestant*innen sehr diszipliniert gewesen. Ich bin sehr dafür, dass sich alle, die es gesundheitlich können, sich impfen lassen. Lasst Euch bitte impfen – und „boostern“. Damit wir doch einmal aufhören können, Menschen auszugrenzen, die uns vielleicht gerade jetzt brauchen.

Aber ein Trost immerhin: in den DomGottesdienst kommen wir auch ohne Tests und Impfung, nämlich online auf www.berlinerdom.de/live.

Heute von 18.00 – 19.00 Uhr gibt es auf dem Kanal auch wieder die Domvesper mit Gebet und Musik zum Wochenausklang -. Durch die Liturgie führt Prof. Dr. Jens Schröter und es singt der A-cappella-Chor der Berliner Domkantorei unter der Leitung von Klaus Müller. An der großen Sauerorgel hören Sie Domorganist Andreas Sieling.

Und morgen ab 10 Uhr wird über denselben Link der Gottesdienst zum 2. Adventssonntag im Berliner Dom live übertragen. Durch die Liturgie Dompredigerin Dr. Petra Zimmermann. Es singt der Mädchenchor der Sing-Akademie zu Berlin unter der Leitung von Friederike Stahmer und ja: Domorganist Andreas Sieling spielt die Orgel.

Für alle, die geimpft oder genesen am Sonntag live dabei sein können: es wird auch wieder ins Englische übersetzt.

Ich wünsche einen gesegneten Advent.

Eure/Ihre Tamara

PS In der Mediathek auf der Homepage des Doms können Langschläfer*innen wie ich den Gottesdienst auch zu späterem Zeitpunkt erleben. Zum Glück. Besuchen kann man den Dom inzwischen auch wieder; Hygieneregeln und Öffnungszeiten des Berliner Doms können Sie auf der Homepage des Doms nachlesen: https://www.berlinerdom.de/termine/)

3. Dezember 2021

Gebet als Wegzehrung auf langer Reise ins Unbekannte

 *** Please scroll down for the English translation to this post.

Vor der Corona-Zeit gab es jeden Tag im Berliner Dom eine Abendandacht und einmal jede Woche zweisprachig als Evensong. Holger, unser Theologe im Team schreibt uns, dem Übersetzer*innen-team dennoch jede Woche ein Gebet zu einem Bibeltext. Für mich ist das ein Geschenk, das mir das Warten erleichtert, etwa wie ein Stück Brot als Wegzehrung auf einer langen Reise, bei der immer noch nicht klar ist, wann sie wo enden wird. Hier nun sein Gebet für diese Woche:

Gott, sanfte Lebendigkeit, in unserem Leben geschehen viele aufwühlende Dinge, Schicksalsschläge und Unausweichliches, das uns hin und her wirft. Und nicht selten verlieren wir die Orientierung und vergessen, dass du uns zum Menschsein berufen hast. Wir bitten dich, verankere uns in deiner Gegenwart, dass wir in allen Bewegungen unseres Lebens das Vertrauen auf dich nicht verlieren und unser Haupt heben können, um voller Verantwortung unser Leben zu meistern. Denn du hast uns als Menschenkinder zu deinem Reich berufen.

Gott, sanfte Lebendigkeit, in unserer Gesellschaft geht vieles drunter und drüber – unsere bisherigen Vorstellungen und Werte verändern sich so stark, dass wir voller Unsicherheit in die Zukunft blicken. Das Miteinander der Menschen bekommt immer größere Risse, vor allem da wir nicht wissen, wie wir mit Unterschieden umgehen sollen. Wir bitten dich, verankere uns in deiner Gegenwart, dass wir in den Turbulenzen der Entwicklung unsere Mitmenschen nicht aus den Augen verlieren und auf die Würde jedes einzelnen achten. Denn du hast uns alle als Menschenkinder zu deinem Reich berufen.

Gott, sanfte Lebendigkeit, zwischen den Völkern gibt es so große Unstimmigkeiten, dass oft nur die Waffengewalt als Weg erscheint. Ideologien und Hass verzerren das Angesicht der Menschen und immer wieder werden einzelne zu Sündenböcken gemacht, verfolgt und geopfert.  Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung sind die Folgen. Wir bitten dich, verankere uns in deiner Gegenwart, dass wir immer besser lernen, jede Form von Gewalt abzulegen. Kläre unseren Blick, dass wir die Mechanismen von Ausgrenzung und Egoismus verstehen und neue Weg zu Frieden und Versöhnung suchen. Denn du hast uns alle als Menschenkinder zu deinem Reich berufen.

Alles, was uns bewegt und was uns auf dem Herzen liegt, wollen wir dir in der Stille sagen.

Und alle unsere Sorgen und Bitten, für die wir nie die rechten Worte finden, legen wir in das Gebet, dass Jesus uns gelehrt hat: das Vater Unser.

*** God, gentle liveliness, in our lives, there is so much happening that upsets us, strokes of fate and inevitabilities that throw us off balance. Too often, we lose our way and forget that you called to be human beings. We ask you, please, let us be anchored in your presence that, in all commotions of life, we may not lose our faith in you. Let us raise our heads so that we may master our lives with full responsibility. For you have called us into your kingdom as children of humankind.

God, gentle liveliness, in our society, a lot is going al haywire – our familiar notions and values are changing so drastically that we look to the future all insecure. The gap between people is widening and we don’t know how to deal with the differences. We ask you, please, let us be anchored in your presence that, in the turbulences of change, we may not lose sight of our neighbour. Let us respect the dignity of all people. For you have called us into your kingdom as children of humankind.

God, gentle liveliness, there is so much dissonance between the nations, that it often seems as if force of weapons is the only way. Ideologies and hate distort the face of humankind and again and again, people are singled out to be scapegoats, to be persecuted and sacrificed. Hopelessness and despair are the consequences. We ask you, please, let us be anchored in your presence that we may learn to discard all forms of violence. Give us clarity, that we may see through the mechanisms of violence and seek new paths towards peace and reconciliation. For you have called us into your kingdom as children of humankind.

Everything that moves us or burdens our hearts we bring before you, God, in silent prayer. And for all those worries and concerns that we can never truly express with words, let us say the Lord’s Prayer:

*** Danke, Holger

2. Dezember 2021

Kanon zur Jahreslosung. Swing für ein gutes neues Jahr

*** If you wish to read this Post in English, please mail to hahn@eaberlin.de.

Rose Reich ist Kirchenmusikerin und Prädikantin, was sie natürlich geradezu perfekt macht für unser Leitungsteam des Bibeldialogs für Prädikant*innen. Jedes Jahr schickt sie uns ihre Komposition zur Jahreslosung, die hiermit auch bekannt ist: Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. (Johannes 6,37)

Heute also kein Kommentar, sondern nur Musik, die ja für sich selbst sprechen kann.

Danke, liebe Rose!