20. Mai 2026

Predigt zum Buch Ester (Teil 3)

Heute der letzte Teil von Elkes Predigt. Elke ist Prädikantin in Lemgo und ich bin ihr sehr dankbar für ihre Predigten, nicht nur für den Blog. 

"Unsere schöne Esher, trauernd über jüdische verlorene Feiertage, die im Exil natürlich nicht gefeiert werden durften. Inmitten der Götzenbilder der anderen hat sie den vertrauten Psalm nicht vergessen. Sehnt der mächtige König sie herbei, weil er plötzlich die Nähe ihres und nachösterlich unseres Gottes spürt? Die jungen Männer aus dem eigenen Volk dichten ihr zur Freude Lieder und schnitzen sie in die Haremssäulen. Leider auch alles Judenprogrom? Doch plötzlich ist er da, unser Gott, ungenannt, aber spürbar und doch kaum vorstellbar. Und meist nicht zu erahnen, was er alles bewirken kann und wird.  
Gibt Mordechai Esther seine Überzeugung zu verstehen, dass hinter dem Geschehen das verborgene Handeln Gottes liegt? Ja, Gott steht zu seinem Volk und plant entgegen allem Unrecht schon den Heilsweg, auch die Befreiung aus dem Exil. Ist vielleicht auch Esthers Aufstieg zur Königin ein von Gott gelenkter, wichtiger Schritt zur Rettung des jüdischen Volkes vor seinen Feinden?                                       

Dann bedarf es aber Esthers scheinbar verrückten Entscheidung, Gott bedingungslos zu vertrauen.  
Die Frage ist, wie das Rettungshandeln Gottes in der Geschichte und in jeder unserer Geschichten Raum greifen kann. Ich persönlich musste mich schmerzhaft Auseinandersetzen mit erlittenem Unrecht und mühsam annähern an mögliche Vergebung. Oft mit dem lauten Ruf: Gott warum und wo bist du? Leise + zögernd bete ich mit Worten D. Bonhoeffers: Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will.    Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.                                                                                        

Alle Dinge Gott? Wie schwer das ist, haben uns gestern Teilnehmer des Bibelgesprächsfrühstücks betroffen erzählten. Esthers Kraft, die Nähe des nicht geliebten Königs zuzulassen, finde ich beachtlich. Ebenso ihren Mut, nach Mordechais Warnung den König vor dem bevorstehenden Attentat zu warnen.                                                                  
Und es bleibt mein Groll, mein Zweifel und meine drängende Frage an Gott: wieviel Opfer, nicht zuletzt  das deines geliebten Sohnes, kostet es zu welchem Preis?                                                                                                                                                                                            
Wer jetzt grübelt und verwirrt ist: spätestens jetzt nachlesen im Buch Ester in der Bibel:
https://www.die-bibel.de/ressourcen/bibelkunde/bibelkunde-at/ester-est

Danke, liebe Elke!

 



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