23. März 2026

Predigt auf dem Weg nach Ostern | Teil 1

Predigt von Elke aus Lemgo zu Matthäus 11, 28-30 und Hebräer 13, 12-14

Gott, schenk uns ein Wort für unser banges Herz und ein Herz für dein ewiges Wort. Amen
Gnade und Friede ist mit uns von Jesus Christus, unserem Lehrer.

Kinder im letzten Kindergartenjahr freuen sich, dass sie nun endlich zu den Großen gehören. Sie fiebern dem Tag entgegen, an dem sie endlich in die Schule dürfen. Schulkind sein – was verbinden sie mit dieser Vorstellung? Lesen, schreiben, rechnen, nicht mehr an der Hand von Mutter oder Vater, sondern bald allein den Weg bewältigen, Neugierde auf den oder die Lehrerin und neue Gesichter. Wir alle wissen, diese Begeisterung lässt oft zu schnell nach. Alltag und auch Lernschwierigkeiten begegnen den so Motivierten. Und auch die Lehrerin, der Lehrer, ach, die sind doch einfach doof. Zum Glück gibt es mehrfach im Jahr Ferien. Dennoch wissen wir alle: Lernen ist unbedingt lebenswichtig.

Wir gehen auf Ostern zu. Ich sehne mich nach der Auferstehungsfreude, nach dem Unfassbaren. Wir wollen alle fröhlich sein! Doch zuvor in der Passionszeit mutet uns Christus manch schroffes Wort zu. Der Meister ernst und seine Worte durchaus kaum vorstellbare Zumutung. Zu denen, die ihm folgen wollen: „Lass die Toten ihre Toten begraben“. Zu Petrus, dem späteren Fels: „Ehe der Hahn kräht wirst du mich 3x verraten“. Und zu der fleißigen Martha: „Deine Schwester Maria hat das bessere Teil erwählt“, als diese, zu seinen Füßen sitzend, IHM und seiner Botschaft lauscht. Ist das Recht? Und was sagt er zu mir am Sonntag Judika, an dem wir beten: Schaffe mir Recht!

ER, der doch alle, Gott sei Dank auch mich, einlädt in seine Gemeinschaft, besonders wenn es mir dreckig geht, ich mühselig und beladen bin. ER, der mir Erquickung und Ruhe verspricht. ER, mein Heiland, der mich aufrichtet, tröstet, liebevoll ansieht, und sich für mich einsetzt. ER, der mich nicht erst am Lebens-ende zum Leben befreit. ER, meine Hoffnung und meine Freude hat sagt heute so befremdliches, fast unverständliches: Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Die vorausgehende Einladung mit den werbenden Worten nehme ich gern in Anspruch. Daran glaube ich. Christi Nahesein erquickt mein Leben täglich. Nun aber die schweren Worte vom aufzunehmenden Joch. Worte, die wir nur beim Evangelisten Matthäus lesen. So wie wir es gehört haben übersetzt von Martin Luther. Damals im jungen Christentum aufgeschrieben wohl von einem Schüler oder Anhänger des Matthäus, etwa um das Jahr 85. Das jüdische Volk hatte gerade den verheerenden jüdisch-römischen Krieg (66-73) durchgemacht, und ihr kostbarer Tempel in Jerusalem war zerstört. Die Gesellschaft, eine Mischung aus alter jüdischer Tradition unter dem starken Einfluss der römischen hellenistischen Kultur. Es war eine Zeit mit einer großen Kluft zwischen Arm und Reich. Das einfache Volk litt unter großer Armut + brutaler Gewalt. Jesu besondere Fürsorge für die Armen und Vergessenen - eine wahrhaft revolutionäre Botschaft.

In diese Situation spricht Matthäus. Das Wort Joch hat viele Bedeutungen. Als Tragejoch klingt es nach schwerer Arbeit. In der Vergangenheit leisteten das meist Pferde in der Landwirtschaft. In Afrika wird es bis heute, vorwiegend von Frauen, über der Schulter zum Lastentransport getragen. Schon der Gedanke daran lässt vielleicht nicht nur meine Schultern schmerzen.

Unendlich schweres trägt Christus, unbestritten! Gerade in der Passionszeit erinnern wir uns dieser Größe und seinen Schmerzen. Und wohl niemand von uns kann so etwas aushalten. Weshalb bringt Jesus gerade sein schweres Joch und fordert uns, es IHM gleichzutun und zu lernen? 

Danke.liebe Elke, für deine predigt - der zweite Teil folgt hier morgen.

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