21. Mai 2019

NATUR, TECHNOLOGIE UND GLAUBE - Bible Dialogue in Tallinn

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Seit Donnerstag bin ich schon wieder in Berlin und muss doch noch viel an unseren ersten Bibeldialog in Tallinn denken. Wir waren eine recht bunt zusammengesetzte Gruppe zwischen 18 und 70 Jahren und wie immer bei den Bibeldialogen auch aus etlichen Ländern (Deutschland, Polen, Ukraine, Rumänien, Schweden und Lettland).  Das Interesse aneinander und an den Erfahrungen der Menschen aus anderen Ländern war ebenso groß wie das an Estland, das die meisten bis dahin noch gar nicht kannten.  Es ist ein Land mit besonders großer Verbundenheit zur Natur und gleichzeitig Vorreiter in Sachen Digitalisierung. Wir lernten viel über das E-Government und den uneingeschränkten Internet-Zugang aller Bewohner*innen des Landes, die mit einer einzigen Karte eigentlich (fast) alles online erledigen können. Uns Deutschen kamen natürlich sofort datenschutzbezogene Bedenken, aber immerhin findet man auf unseren Personalausweisen gleich Körpergröße und Adresse.
Beim Gang durch das alte Tallinn mit der wunderbaren Frau Zimmermann erfuhren wir auch von Kraftorten und einige fragten sich, wo dies noch zu unserer Vorstellung von christlich passt, und wo es uns schon an Esoterik erinnert.  Aber auch diese besondere Beziehung zu den Kräften, die wir in der Natur erleben gehört wie die komplett online gesicherte Existenz aller Bürger zum modernen Estland.  
Dass wir so spannende Einblicke und informative Begegnungen erleben durften, haben wir natürlich vor allem Kristina zu verdanken!
Im Theologischen Institut der Lutherischen Kirche in Estland fühlten wir uns zu Hause, ob beim liebevoll gemachten Frühstück, dem viel zu luxuriösen Abendessen oder eben in unserem Tagungsraum, in dem wir schalten und walten dürften, wie es für unsere Arbeit sinnvoll war. Die freundlichen Menschen, allen voran Renate und auch der Rektor des Instituts, Dr. Ove Sander, haben mit zu einem wunderbaren Erlebnis beigetragen. Nicht zuletzt auch die Eindrücke und Informationen zur Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche, die uns  Dekan Dr. Randar Tasmuth war unser erstes Bild abgerundet. Um Estland wirklich kennenzulernen, muss man aber wohl doch eine Weile hier leben. Mein großer Dank gilt aber wie immer vor allem auch unserem Leitungsteam, Enno, Allan und Markus, deren tolle Vorbereitung und dabei große Flexibilität alle kleinen Pannen wettgemacht haben.  :-)
*** since last Thursday, I’ve been back in Berlin, but I still think a lot about our first Bible Dialogue in Tallinn. We were a diverse group of people between 18 and 70 years of age, from many different countries (Germany, Poland, Romania, Latvia, Sweden and Ukraine). Interest in each other was at least as great as interest in this fascinating country Estonia, than most of us had not known before this conference. It is a country with a special connection to nature and trees and at the same time the most advanced in terms of digitalization. We learned a lot about e-government and seemingly unlimited internet access for all, so that the inhabitants of Estonia can do almost everything online with just one card and two code numbers.
Walking through Old Town of Tallinn with the amazing Ursula Zimemrmann we also heard of places of power and some of us wondered if this still fits with our idea of Christianity or does it already touch on the realm of esotericism.  But this special relationship to the powers that we experience in nature as well as the online existence of everybody’s data constitute the “nature” of modern Estonia.
We felt very much at home at the Theological Institute: from the lovingly prepared breakfasts and the much too luxurious dinners to our conference room where we could work to our hearts’ delight. Friendly people, foremost among them Renate Lekko and the institute’s rector Dr Ove Sanders took very good care of us and so contributed to the success of our conference. Last not least, Dean Dr Randar Tasmuth rounded off our experience with information and impressions about the Estonian Evangelical Lutheran Church and its theological institute.  To really get to know Estonia, I guess, one needs to live there for a while.

9. Mai 2019

STREITKULTUR - oder doch lieber Frieden stiften? or rather making peace?

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Am Sonntag haben wir unseren Bibeldialog zum Thema STREITKULTUR beendet. Der Begriff ist ja wirklich ziemlich deutsch und wir waren doch überrascht, dass sich dazu überhaupt keine Deutschen interessiert hatten. Stattdessen kamen junge Menschen aus Russland und der Ukraine, aus dem Irak, Iran und Syrien und aus Rumänien und Lettland (das war unser Leitungsteam). Es waren dabei:  Theologinnen, Historiker, Koch, Frisörin, Journalistinnen, Grafik-Designer, Studierende… Die Gruppe konnte nicht vielfältiger sein. Das Wort Streit kann ja viel bedeuten, im negativen Sinne steht es für Kampf und Konflikt, neutraler ist da schon das Streitgespräch, das ja eine Klärung bringen kann. Und im positiven Sinne kann man für eine gute Sache streiten. Für mich als Deutsche war es sehr interessant zu hören, wie Menschen zu diesem Begriff stehen, deren Heimatland im Krieg ist oder wo die Regierung Menschen wichtige Rechte vorenthält.
Trotz offensichtlicher kultureller Unterschiede hatte die Gruppe doch gemeinsam, dass sie eigentlich lieber für Harmonie sorgen wollten, als ihre Aggressionen auszuleben. Referentin Vera hatte es schon schwer, uns dazu zu bringen, auch nur einen Luftballon zu schlagen. Immerhin: alle waren  daran interessiert, die Sprachbarrieren (die gab es diesmal schon) zu überwinden und beim Brückenbau (mit zugegeben sehr unzureichenden Materialien) kam es doch zu produktiver (oder wenigstens lustiger) Zusammenarbeit, so dass alle ihre spezifischen Talente auch einsetzen konnten.  Ich jedenfalls habe von allen Teilnehmer*innen viel gelernt und hoffe, ich sehe alle wieder!
*** On Sunday at noon, we ended our Bible Dialogue on „Streitkultur“. Considering the term is really very German, we were surprised that no Germans participated at all. Instead we had participants from Ukraine, Russia, Iran, Iraq and Syria – and our team were from Latvia and Romania. We were theologian, historian, cook and hair dresser, students and journalists. Some travelled far – other had fled their countries some time ago. A group can hardly be more diverse.
The word “Streit” can mean many different things, negative meanings would be fight, conflict or even battle, more neutral would be debate or argument; or even in a positive sense like “fighting for a good cause”. It was interesting for me as a German person to listen to people whose home countries are at war or where governments withhold major rights from some groups of citizens.
Despite our obvious cultural differences, this group had in common that we were much more interested in creating harmony than to live our aggression. Our guest lecturer Vera had to work hard to get us to attack even a balloon. On the upside, all were eager to overcome (existing) language barriers in order to cooperate. The task to build a bridge from (rather insufficient) materials was mastered with great fun and all could contribute their specific talents. I have learned so much from every one of them and hope very much that I will see them all again.

30. April 2019

Identität und Segen - zwei Bibeldialoge

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Am Wochenende gingen gleich zwei Bibeldialoge zu Ende, die unterschiedlicher eigentlich gar nicht hätten sein können. Da waren die haupt- und ehrenamtlichen mit den unterschiedlichsten pädagogischen Tätigkeiten, von der aktiven Großmutter über Lehrerinnen und Erzieher*innen bis zum Schulpfarrer war es eine sehr vielfältige Gruppe aus Deutschland, Polen und Tschechien. Unser Thema war Identität. Oder besser Identitäten, denn so eindeutig war der Begriff dann nicht, nur, dass es sich um etwas Lebendiges handelt, das sich entsprechend ein Leben lang ändert und entwickelt, war spätestes mit Markos Einstieg in die Entwicklungsstufen der Identität des Menschen klar. Auch, dass zwar vieles von außen die Entwicklung beeinflusst, aber doch niemand die Identität eines anderen Bestimmen darf oder kann. Auch dass Mut dazugehört, nach dem eigenen Ich zu forschen und die eigene Identität authentisch zu leben, auch wenn die Umwelt einen (oder eine) ganz anders sehen will. Aber zur eigenen und einzigartigen Identität zu stehen macht auch tolerant (und neugierig) gegenüber anderen Lebensentwürfen.
Toleranz ist etwas, dass sich auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des zweiten Bibeldialogs wünschen. Sie sind Eltern von Menschen mit Behinderungen, viele schon älter und die Söhne und Töchter zumeist schon in Wohngruppen oder in Werkstätten tätig. Dennoch prägt das Leben mit einem behinderten Kind auch nach Jahrzehnten ihre Identität. Segen oder Fluch sollte die Tagung ursprünglich überschieben sein, aber in der Endredaktion bei uns in der Akademie machte man sich Sorgen, dass der Titel falsch erstanden werden könnte. In den Bibelarbeiten hat uns Hans Menschen im Alten Testament vorgestellt, die aus zunächst schlimmen Erlebnissen doch etwas Segensreiches machen konnten. Unsere Psychologin Veronika, die schon fast mit zum Team gehört, hat uns dazu erklärt, welche Faktoren eine Rollen spielen, wenn es darum geht, wie jemand, oder eben eine Familie mit einer Krise umgeht: ob sie daran verzweifeln oder sogar wachsen und gemeinsam stärker werden. Resilienz war das Stichwort. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Tagung scheinen stärker geworden zu sein. Sie haben es geschafft, auch in den schweren Tagen Segen für sich zu entdecken. Vielleicht hilft da eben auch der Glaube an Gott, der den Segen schenkt.
So unterschiedliche die beiden Gruppen waren, was ihnen gemeinsam war, war eine sehr offenen und vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre – bei allen durchaus vorhandenen Meinungsverschiedenheiten – und ein echtes Interesse an den Anderen und ihrem Leben. Vielleicht ist es Gottes Segen und das Bewusstsein, dass unsere Identitäten davon geprägt sind, geliebte Kinder Gottes zu sein, so wie alle Menschen, egal ob Genies oder Behinderte oder „Normalos“.
*** Last weekend we said good bye to two Bible Dialogues that ran almost simultaneously and could hardly have been more different.There were those who worked in pedagogical activities, either as employees or as volunteers, from a committed Grandmother to teachers and school-parsons: a very diverse group of all ages and from Germany Poland and the Czech Republic. Our topic was identity or rather identities, because soon agreed that identity can only be something very much alive and therefore changing and developing all through our lives. Even if there are many outside influences, it was clear to us that everyone needs to search for and live one’s own unique identity; no one else has the right to define it for us. But it may take courage to look deep inside ourselves to find and live who we really are, when all those around us want to see us differently. Still, being oneself, living authentically can make us more accepting (and curious) in the face of other people’s uniqueness.
Tolerance may be something that the participants of the other Bible Dialogue would wish for. They are parents of people with disabilities. Their sons and daughters often long adults and living in special homes and working in workshops. Still the fact that there is a disabled child influences their identity even years after the son or daughter has moved out – or even died. Blessing or curse had been the chosen title which was dropped for fear of being misunderstood. In Bible study we learned about people in the Old Testament who could see something originally bad transformed into a blessing. We learned about what factors may help a family or individual deal with crisis: resigning or growing stronger. Resilience was a key word. Our participants seem to have grown stronger. They managed to find some blessing even in darker days. Maybe believing in God who blesses us, has helped.
As different as the two groups were, they had in common an atmosphere or openness and trust – despite all differences of opinion – and a real interest in each other. Maybe being aware that the identity we share with all people is that we are all beloved children of God, no matter if we are geniuses, disabled or plain “normal”.

18. April 2019

HAPPY EASTER - FROHE OSTERN!

Ob mit den Kindern beim Eiersuchen oder mit Orgelmusik im Gottesdienst: Ostern heißt dass der Tod nicht das letzte Wort hat, auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Noch steht Karfreitag vor der Tür, aber wir schauen voll Hoffnung und mit optimistischer Gewissheit in die sehr nahe Zukunft: OSTERN ist noch nie ausgefallen. Gesegnete Ostertage Euch allen!

Whether you are looking for eggs with the children or listen to the organ in church: easter means that death will not prevail, even if sometimes it feels like it. First there is Good Friday to face, but with good hope and certainty we look to the very near future: EASTER has never been cancelled. A blessed EASTER to you all!

10. April 2019

Auf der Suche nach Wahrheit - looking for Truth

Bald liegt unser Bibeldialog schon eine Woche zurück. Es ging diesmal um Wahrheit und Vertrauen. Die beiden Begriffe liegen oft sehr nah beieinander, der eine setzt den anderen voraus. Aber wem können wir vertrauen und was versteht jede*r von uns unter Wahrheit?
Mit den Medien ist es noch relativ einfach. Es gibt sie: die seriösen Medien, deren Mitarbeitende sorgfältig recherchieren und die so neutral berichten, wie es der Presse-Kodex verlangt. Wir müssen dann nur genauer hinschauen, nicht alles gleich glauben, nur weil es in unser Weltbild passt. Die reale Welt hat doch oft auch Überraschungen parat. Eigentlich erahnen wir doch, wer mit einer provokanten Überschrift nur Zeitungen verkaufen oder möglichst viele Klicks auf der Webseite will.
Mit den religiösen Wahrheiten ist es schon schwieriger: Religionen haben lange die eine Wahrheit für sich allein beansprucht und nicht wenige tun das bis heute, grenzen Menschen dadurch aus und legen Grund für Gewalt und Krieg. Und suchen wir gerade im Glauben nach Verbindlichkeit. Wenn man alles immer wieder neu interpretieren darf, wird es dann nicht doch beliebig?
Allgemeingültige und ewige Antworten konnten wir in unserer Gruppe mit Teilnehmenden aus Deutschland, der Schweiz und Polen nicht festmachen. Immer wieder miteinander zu reden, immer wieder nachfragen und einander zuhören: das kann uns der Wahrheit zumindest näher bringen. Auch dazu sind Europäische Bibeldialoge da.
Our most recent Bible Dialogue was all about Truth and Trust. In English, the two words even sound like they are close. And indeed one often needs the other. Who can we trust nowadays and what do each of us mean by truth?
Surprisingly and despite all fake news, this is still relatively easy in regard to the media, because the sincere media do exist and we have a clear idea which paper or website or TV-show is based on research and follows the press codex. We just need to look closely and ask questions to realize who wants to inform and who is only after clicks and sales.
It is more complicated with faith. Religions have for a long time claimed to be the sole proprietors of the one and only truth and some still do and so ostracize people and lay grounds for violence and war. But isn’t religion where we look for truth? Something to rely on absolutely? If we may re-interpret everything again and again, will it not become random?
Answers once and for all, we could not find in our group of participants from Germany Poland and Switzerland. But to keep talking, to keep listening to each other, to keep asking questions, that seems to be a good path to at least take us a little closer to the truth. And that is one thing, the European Bible Dialogues are good for.

3. April 2019

Endlich Fühling - Spring at last

Es wird nun endlich Frühling! Und die neuen Halbjahresprogramme der Bibeldialoge sind frisch aus dem Druck und können bestellt werden, bei mir per E-Mail an hahn@eaberlin.de. Online stehen sie auch schon auf unserer Akademiewebseite: https://www.eaberlin.de/…/kuenftige-veranstaltungen-bibeld…/ - und morgen geht gleich ein Bibeldialog los: "Welche Wahrheit hätten Sie denn gern?" Für Berliner*innen ohne Hotelzimmer ist noch Platz im Raum, aber bitte mit Anmeldung an hahn@eaberlin.de.
*** Spring time at last! And just in time, the new programs for the European Bibledialogs July to October are freshly printed.  Anyone interested can order them by e-mail to hahn@eaberlin.de.
Tomorrow we will start another one of those Bible Dialogues: "Which truth would you like?" is the title.

25. März 2019

Ein bewegtes Wochenende - what a weekend!


Ein bewegtes Wochenende!
Abends am Donnerstag schnell eine potentielle neuen Leiterin aus der Schweiz getroffen und über Allgemeines zu den Leitungsteam erklärt und überlegt, wie sie sich am besten ehrenamtlich bei uns einbringen kann. Dann am Freitagmorgen Komiteesitzung – das sind die landeskirchlichen Vertreter*innen, die mit uns beraten, wie wir die Bibeldialoge immer weiter verbessern und entwickeln können. Ohne den Blick von außen auf unsere Arbeit, wären wir vielleicht zu genügsam, immerhin die Bibeldialoge laufen ja (die allermeisten möchten am liebsten jedes Jahr wiederkommen) und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind auch genau die Richtigen (ehrenamtlich engagierte Menschen aus ganz Europa). Dennoch: die Bibeldialoge sind keine geschlossenen Veranstaltungen gedacht, sondern leben von den immer wieder neuen Begegnungen.
20 von den insgesamt 50 Leiterinnen und Leitern kamen dann Freitagnachmittag zusammen zum Treffen der Leitungsteams. Jeder Bibeldialog wird ja von einem ehrenamtlichen Team geplant und auch durchgeführt. Aus Lettland, Rumänien, der Schweiz, Ungarn, Polen, Tschechien und allen Enden Deutschlands kamen die Leiter*innen zusammen um sich mit dem Thema: Bibeldialoge sind jetzt Europäisch – was machen wir damit? Wie können wir die Teilnehmer*innen aus allen Ländern so zusammenbringen, dass wir einander auf Augenhöhe begegnen und voneinander lernen? Was bringen uns die Bibeldialoge in anderen Ländern?  Wie weit kommen wir mit dem interreligiösen Dialog? Dr. Martin Friedrich, der die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa im Komitee vertritt und auch im Leitungsteam mitmacht, ließ uns nachdenken über die Einheit in (versöhnter) Vielfalt. Vielleicht sind unsere Teilnehmergruppen mit ihren Europa-Abenden, bei denen sie ihre Länder mit Begeisterung und Kreativität (und häufig auch wohlschmeckendem Mitgebrachten) vorstellen, schon einen Schritt weiter, den die Theologie noch weiter ausarbeiten muss. Beim Gespräch über der Bibel finden wir es leicht, einander als Brüder und Schwestern in Christus wahrzunehmen. Um die Vielfalt unserer Kulturen als Geschenk zu erleben, hilft es schon mal, mehr darüber zu erfahren, wie die Stellung der Kirchen und Glaubensgemeinschaften in den Ländern Europas aussieht. Dr. Patrick Roger Schnabel kam als Gastreferent dazu und hat uns einen kenntnisreichen Blick über den Tellerrand ermöglicht. Mareike Witt vom Bibelkabinett wiederum hat uns mit kreativen Ideen zu dem Buch zurückgeführt, das unsere Dialoge immer wieder mit neuen Gedanken inspiriert und uns zusammenführt. Zu danken für die fruchtbaren Stunden habe ich auch Tomas Najbrt und Rose Reich, die uns musikalisch und mit einer einstimmenden Morgenandacht beschenkt haben, nicht zu vergessen die nachdenklich stimmenden Worte zu beginn des leiter*inne treffens, die uns Dr. Sachau, der Direktor der evangelischen Akedemie zu berlin mit auf den weg gab. und - last not least - Uwe Kaiser vom Leitungsteam des EBD für Weltanschauungsfragen, der ganz wunderbar moderiert hat, und … nein, es geht gar nicht, alle aufzuzählen und ihnen zu danken, denn wie bei einem ganz normalen Bibeldialog, waren es die Beiträge und Gedanken aller Anwesenden, die zu einem guten Treffen beigetragen haben.
Ach ja, nach einem schönen Samstagabend mit Balkanmusik im Café Lyrik, ging es dann am Sonntag gleich wieder an die Arbeit und ein Bibeldialog entstand in Teamarbeit. 
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Last weekend, we met with the committee of the European Bible Dialogues and with about 20 of the 50 members of our voluntary conference teams.  Our voluntary team members came from all over Germany, but also from Latvia, Romania, Hungary, Czech Republic, Poland and Switzerland. Our talks were inspiring and encouraging. We learned about the Community of Protestant Churches in Europe, our premium partners BTW and about the role of churches and religious groups in the countries of Europe. And once more: how to approach the Bible in ever new and creative ways. It is - at the end of the day - always the Bible that helps us realize we are indeed brothers and sisters, seeing each other eye to eye, face to face, equals in all our diversity.
There were too many people to thank to actually name them all: Martin Friedrich as well as our guest speakers Dr Schnabel and Mareike Witt contributed information and inspiration, Tomas and Rose, both voluntary team members, gave us beautiful music and thoughtful morning prayer, Not to forget Dr Sachau, the director of the Protestant Academy Berlin who set us onto a good path with his thoughtful meditation, and Uwe moderated our talks so that all could have a say... no, it was a wonderful team effort for which I am most grateful.

1. Februar 2019

STREITKULTUR. Listen and get loud

Heute habe ich die ersten Einladungen zu unserem Bibeldialog für Junge Europäer*innen über Facebook verschickt. Ist schon lustig, dass ich aus Datenschutzgründen über Facebook einlade. Der Grund ist, dass die meisten, die in der Vergangenheit am Jugendseminar teilgenommen haben oder auch an der Studientagung für Theologiestudierende sich auf unsere Bitte, uns zu erlauben, sie einzuladen, nicht geantwortet haben. Na und jetzt habe ich genau 31 Adressen, an die ich Einladungen schicken darf. Vielleicht fällt ja jemandem etwas ein. Und natürlich bekommt jede*r junge Europäer*in (also wir haben mal gesagt so zwischen 18 und 40 Jahre) auf Anfrage sofort eine  Einladung zum Bibeldialog für junge Europäer*innen vom 1. bis 5. Mai, 2019 in Berlin.
Das Team, Andreta aus Riga und Razvan aus Bukarest haben zusammen mit Hartmut (aus Wuppertal) ein wirklich tolles Programm gebastelt, wäre schade, wenn nur wenige dabei wäre.
Zur Tagung: „Wer schreit, hat Unrecht.“ Wenn aber Hass und Wut die leisen Stimmen übertönen, müssen wir dann nicht laut werden? Es muss einen Weg geben zwischen Hass und Harmoniesucht. Wir wollen überlegen, warum wir manchmal schweigen, wo wir laut werden sollten, wie wir der Wut – auch unserer eigenen – sachlich und bestimmt begegnen können, und eintreten für unseren Glauben und ein Europa, in dem wir leben wollen.
Und darum wird es gehen:
- „Der heilige Zorn und das Schweigen der Lämmer - Aggression aus theologischer Sicht
- Mit wem und wofür streite ich?
- Streiten lernen – konstruktiv streiten
- Anonym streiten? Die “neuen” Medien und ihr Einfluss auf unsere Kommunikation. /
- Museum für Kommunikation (mit Führung)
- Worüber streitet mein Land/meine Kirche/meine persönliche Umgebung? (Teilnehmer*innenbeiträge)
- Europa-Abend mit euren Beiträgen
- Ein freier Abend in Berlin
- Evensong im Berliner Dom
Noch was: Die Tagung ist auf Englisch und Deutsch mit Simultanübersetzung.

28. Januar 2019

EUROPA OHNE MAUERN – Vertraut den neuen Wegen?

Nun ist es schon eine Woche her, dass unser erfreulich gut besuchter Bibeldialog zu Ende ging. Sind wir dem Thema gerecht geworden? Die Mauern sind zumindest noch nicht verschwunden. Vielleicht haben wir zu viel Zeit damit verbracht, auf jene Mauer zurückzuschauen, die vor 30 Jahren fiel, die damit aber auch nicht ganz verschwunden ist. Vor allem in uns – den deutschen Teilnehmer*innen aus Ost und West – gab es noch Einiges zu klären. In der übergroßen Freude der Wiedervereinigung war manches nicht ausgesprochen worden, das heute der Vergebung bedarf. Gleichzeitig scheint es, als wären viele Europäer*innen heute mehr damit beschäftigt, neue Mauern (und Grenzzäune) zu errichten, als die Steine der Mauern in den Köpfen abzutragen.
Was hatten wir erwartet von diesen vier Tagen in Berlin, in denen wir miteinander reden wollten, gemeinsam singen und einander zuhören? Dass etwas von der Begeisterung von 1989 ins heute hinüber reicht, uns Mut macht, auch heute gegen Mauern aufzustehen, gegen Grenzen anzusingen, einander helfen, über Zäune hinwegsteigen? 
„Europa ist vielfältiger, als wir dachten,“ schrieb eine Teilnehmerin im Auswertungsbogen. In der Begegnung mit Menschen aus Deutschland, Polen, Lettland, Rumänien, Großbritannien, den Niederlanden und Tschechien durften wir aber auch erfahren, dass diese Vielfalt ein großes Geschenk ist, dass es lohnt, einander zuzuhören und den einzelnen Menschen wahrzunehmen. Europa ist weit mehr als die Summe aller EU-Mitgliedstaaten. Europa, das sind die Menschen, die diesen Kontinent bevölkern. Europa ist – bei aller Notwendigkeit für Verbesserungen und Reformen – auch ein Erfolg. Es gibt noch zu viele Grenzzäune und Mauern in Europa und um Europa. 
Demokratie mit so vielen unterschiedlichen Traditionen, Geschichten, Hoffnungen und Sorgen ist anstrengend. Aber wir haben letztlich (nur) die Wahl… wenn wir unseren Kontinent nicht den antidemokratischen Kräften überlassen wollen. Vom 23. bis 26.5. ist Europawahl!

13. Dezember 2018

Advent pleasures - Freuden des Advent

150 Weihnachtspostkarten habe ich geschrieben - an zwei Tagen. Das ist vermutlich der schönste Teil meiner Arbeit, wenn ich am Jahresende noch einmal an alle die wunderbaren Menschen denke, die mit dafür gesorgt haben, dass die Europäischen Bibeldialoge gut wurden. Die meisten haben ehrenamtlich die Begegnungstage geplant und durchgeführt, mit viel Liebe und guten Ideen. Manche haben weitererzählt, was es mit diesen Tagungen auf sich hat, was für eine schöne Gemeinschaft mit Menschen aus ganz Europa zu erleben war. Übers Jahr verteilt waren Teilnehmer*innen aus 18 Ländern vertreten, die meisten aus Europa, aber vereinzelt auch von anderen Kontinenten. Vier Tage! Wer nimmt sich denn soviel Zeit, um über die Bibel zu reden? Wir nehmen uns diese Zeit und das wird belohnt durch große Offenheit und Tiefe in den Diskussionen, und das Erleben von Kirchengemeinschaft. 

I wrote 150 Christmas cards in just two days. That is one of the most beautiful parts of my job that at the end of every year i get to look back and remember all my encounters with the people who have made the European Bible Dialogues good.  Most are volunteers who have planned and put nto practice these encounter conferences, with a lot of love and good ideas. Some just passed on information on what these conference are and what wonderful community with people from all over Europe is to be experienced there. Over the year there were 18 nations represented, most European bit a few even from further away. Four Days! Who spends that much time discussing the Bible? We do and it is rewarded with surprising openness and depth in our discussions and by the experience of Church fellowship.