22. Juni 2014

Begegnungen mit Kohelet und mit uns - Encounters with Kohelet and with ourselves

Heute ging unsere „Kohelet-Tagung“ zu Ende. Auch wenn fast alle sich für die gute Vorbereitung des Teams und viele Gedankenantöße und Informationen herzlich bedankt haben und so auch viel für sich mitnehmen konnten, blieb ein Wermutstropfen, denn leider war ein Teilnehmer vorzeitig abgereist, weil er sich nicht in der Gruppe integriert fühlte. Hätten wir uns mehr auf ihn einstellen müssen, oder war es nicht die richtige Tagung für ihn? Brauchen wir mehr Toleranz oder jener Teilnehmer? Vielleicht lag es auch am Prediger Kohelet? Es war kein leichter Text und Manches ging uns in den Gesprächen sehr nahe.
Die großartige Führung (wie schon öfters mit CrossRoads) über die alten Friedhöfe mit all ihren Prominenten und den Unbekannten aber nicht Namenlosen hat die Frage nach der Vergänglichkeit unseres Lebens auf seine Weise beantwortet, doch egal wie flüchtig all die Leben im Rückblick scheinen, war keines davon nichtig.
Einen schönen Abschlussabend bescherten uns Kathy Kreuzberg mit wundervoller Klaviermusik zur Lesung von Jochen Keth aus seinem Buch „Die Gemeinschaft der Traumhüter“ und seinen ebenso traumhütenden Gedichten.
Einiges wird mir noch eine Weile durch den Kopf gehen, auch was wir vielleicht anders machen können, damit sich niemand ausgeschlossen fühlt.

Today our Bible Dialogue on the preacher Kohelet (Ecclesiastes) ended. Although it was a good conference with much valuable information and intensive discussions, there was a sad moment when we realized a participant left early because he could not feel part of the group. Were we not tolerant enough or was this maybe not the right conference for him? Maybe it was due to Kohelet? His is not an easy text and much of what was discussed touched us deep inside.
The guided walk (as usual with CrossRoads) over old cemeteries added one view of the transience of all life, we saw graves of unforgotten celebrities as well as the grave of homeless people, whose names are also marked in Gold on a tombstone. No matter how like a breeze life passes, no life is ever nothing before God. 
We did have a wonderful last evening with beautiful piano music by Kathy Kreuzberg and Jochen Keth's lyrical and magical tale and poems.
I will be thinking about all this for a while and also about what we might be able to do differently, so that no one feels excluded.

Kommentare:

  1. Unter der Sonne
    Anstelle eines Kurzberichtes zum Bibeldialog "Kohelet-Aufklärer höherer Ordnung" vom 18.-22. Juni 2014

    Wir verwöhnen unsre Kinder und erquicken uns an Küssen.
    Wir vermehren unsre Konten und erwerben schicke Häuser.
    Wir verschönern unsre Gärten und errichten hohe Zäune.

    Nichtig und flüchtig, sprach Kohelet, nichtig und flüchtig, alles ist nichtig.
    Welchen Gewinn hat der Mensch von seiner ganzen Mühe und Arbeit unter der Sonne?
    (Kohelet 1,2)

    Kinder lärmen unter Bäumen und zertreten frisch Gepflanztes.
    Mütter schimpfen auf die Nachbarn und zerkochen das Gemüse.
    Väter drohen mit den Fäusten und vertreiben ihre Feinde.

    Ich betrachtete alle Werke, die unter der Sonne vollbracht wurden, und siehe, alles war nichtig und
    ein Greifen nach Wind. (Kohelet 1,14)

    Herrscher lenken die Nationen und verletzen Menschenrechte.
    Arme schuften für die Reichen und verlieren ihre Wohnstatt.
    Kühe hausen in den Ställen und verdrecken ohne Ende.

    Da pries ich die Toten, die schon gestorben sind, glücklicher als die Lebenden, die noch da sind.
    Besser als beide aber hat es, wer noch nicht da war, wer das böse Tun noch nicht gesehen hat,
    das unter der Sonne verübt wird. (Kohelet 4,2)

    Magdalene Schönhoff

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    1. Ich bedanke mich für das Gedicht mit den zugefügten Kohelet-Bezügen. Es amcht nachdenklich wie der text des Predigers insgesamt.

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