28. März 2017

In der Welt habt ihr Angst - In the world you will have trouble.

(Please, scroll down for English text***) Gestern ging unser Bibeldialog zum Thema „In der Welt habt ihr Angst. Werte, die tragen“ zu Ende. Es war eine spannende Studientagung. Das ohnehin breite Spektrum des Protestantismus (in Deutschland, den Niederlanden, der Ukraine, Serbien und Georgien) wurde noch erweitert durch muslimische Teilnehmerinnen aus Bosnien und Herzegowina. Kein Wunder also, dass es auch mal deutliche Meinungsverschiedenheiten gab. Sind wir zu tolerant im „Westen“? Dialog bedeutet nicht unbedingt, dass man am Ende einer Meinung sein muss, solange wir zuhören und verstehen lernen wollen. War früher alles besser? Die Stellung der Frauen in Europa hat sich eindeutig verbessert. Für Christen in der damaligen DDR hat sich mit dem Mauerfall und der gewonnenen Freiheit auch Einiges zum Besseren gewendet. Für die Menschen in Jugoslawien waren die 90er Jahre geprägt von Krieg und Flucht.
Die meisten Werte, die uns allen wichtig waren und sind, finden wir nicht allein bei den Christen, zumal sie zumeist viel älter sind als das Christentum, oft direkt vom Judentum übernommen. Und es ist nur gut, dass diese Werte Einzug halten konnten in die Erklärung der Menschenrechte und auch Muslimen wichtig sind.
Sorge machte uns, wenn Menschen ihre Weltsicht auf alternativen Fakten und Verschwörungstheorien aufbauen. Wie sollen wir damit umgehen? Zuhören und nachfragen. Immer wieder. Demokratie ist nichts, was man ein für alle Mal besitzt; sie muss fortlaufend erarbeitet werden. Uns Christen gibt unser Glaube die Gewissheit, dass die Welt, die uns mitunter Angst machen kann, in Christus überwunden ist. 

*** Yesterday we ended our Bible dialog on the subject „In the World you will have trouble“. It was about values and whether the values we treasure so much are actually genuinely Christian. Most are of course directly adopted from Judaism and thankfully we also find them in the Declaration of Universal Human Rights. We did not always agree on the limits of tolerance, but with Christians and Muslims from Eastern and Western Europe, it is no surprise that we had a lot to learn from and about each other. Dialogue, after all, does not mean to have the same views, but to learn about the views of one another. Did things look better in the "good old days"? For some, the old days also meant that women had to ask their husbands if they were allowed to take a job (in Germany until the 1970s); for Yugoslavians, the 1990s meant the end of a peaceful community and the beginning of a brutal civil war with wounds that even today have not completely healed.
And today, there are people who build their idea of the world on alternative facts and conspiracy theories. We realize that democracy and freedom are never anything that one has once and for all. They need constant work and a firm stand. Christians see faith as a gift from God. It gives us the certainty that no matter what troubles we have in the world, in Christ, they will be overcome.

27. Februar 2017

Nun freut euch, lieben Christen g'mein. Die Reformation in ihren Liedern - The Reformation in its Hymns

Es ist schon Februar und die Leitungsteams und ich arbeiten schon eine Weile fleißig an den Bibeldialogen dieses Jahr. Der erste Bibeldialog in diesem Jahr fand aber jetzt erst statt.
Heute Vormittag reisten die Teilnehmenden wieder ab in ihre Heimatländer und Regionen in Deutschland, Polen, Tschechien, Russland, Litauen und Niederlande, den Kopf wie ich vermutlich noch voller Melodien von Luthers Liedern. Die Theologie der Reformation lässt sich über die Lieder ganz anders und besonders eindrücklich kennenlernen. Anders, als man vielleicht vermuten könnte, war es kein Luther-Fantreffen; auch Luthers Verhältnis zu den Juden und dem Islam wurden nachdenklich angesprochen. Im Rollenspiel wurden die Konflikte damals (und zum Teil bis heute) deutlich und lebhaft diskutiert. Dennoch gibt es Anlass zur Freude in der theologischen Botschaft der Reformation: nicht durch eigene Kraft und gute Taten müssen wir Gott gnädig stimmen, sondern seine Gnade ist ein Geschenk und es bedarf nur unseres aufrichtigen Glaubens, um dieses Geschenk zu erkennen und anzunehmen.
Ein Geschenk ganz anderer Art war sicher auch unser Gastreferent (und Teilnehmer), der nicht nur über die Kirchenlieder der Böhmischen Brüderunität und Michael Weiße eine Brücke zur 100 Jahre älteren Reformation und Jan Hus gebaut hat, sondern auch die hervorragende Ausstellung in der Berliner Staatsbibliothek als zusätzlichen Programmpunkt eingebracht hat.
Auf dem ersten Platz  der Lutherlieder-Hitparade landete "Verleih uns Frieden gnädiglich" - auch ein Hinweis darauf, dass wir die Gegenwart und die Welt außerhalb unserer Tagungsräume nicht vergessen haben.

Today, the participants of our first Bible Dialogue this year left to travel home to places all over Germany, to Poland, Lithuania, the Czech Republic,to  Russia and the Netherlands, their heads probably still full of melodies. The Reformation's theological thoughts are often more easily grasped in its hymns. We did not ignore the more disputable aspects of Luther's relationship to Jews and Islam, but at the end of the day, we were even more aware of the joy and liberation that are to be found in the fact that we do not need (nor can) work hard to gain the Grace of God, but that this Grace is God's gift, and our faith alone will let us realize and accept it.
A Luther hymn contest resulted in "Grant Peace, We Pray, in Mercy, Lord" as the winner, showing that in all our singing an rejoicing, we did not forget the world we live in today which is in great need of peace.

25. November 2016

Advent Advent

Der erste Advent ist ja diesmal wieder so früh, dass man sich noch gar nicht an die glitzernde Deko rings um uns herum gewöhnt hat. So fühlt es sich ganz passend an und neu und zum richtigen Zeitpunkt. Im November sind ohnehin zusätzliche Lichter sehr willkommen. Ich freue mich auf den Advent.
Die Botschaft, die in Jochen Kleppers Lied "Die Nacht ist vorgedrungen" so schön und klar verkündet, ist tröstlich, auch wenn es wohl so sein wird, dass "noch manche Nacht wird fallen auch Menschen Leid und Schuld". "Gott will im Dunkel wohnen" und ist bei denen, die sich nicht über die Adventslichter und Weihnachtsmärkte freuen können, die unglücklich sind und einsam, auf der Flucht und ohne ein Zuhause. Ich wünsche uns allen, dass wir einader ab und zu ein Licht in der Dunkelheit sein können. Gottes Gegenwart ist nicht immer leicht zu spüren, vor allem, wenn man verzweifelt ist. Da kann es hilfreich sein, statt dessen die Gegenwart eines liebevollen Menschen zu spüren.
Allen einen gesegneten ersten Advent!
 
The first Sunday in Advent is really early this year, so that all the Christmas decorations feel actually quite right, on time and  appropriate. Anyway, a little extra light is much appreciated in November. 
One of my favorite hymns in Advent is by Jochen Klepper "The night is far advancing, the day cannot be far" is comforting, even if or especially when it is true that "the shades of night descend on the guilt and pain we face" "God dwells in darkness" and so he is with those who are cannot find pleasure in festive lights and Christmas markets, those who are unhappy or lonely, refugees or homeless. I wish for us all that we may be a light in darkness every once in a while. God's presence isn't always easy to feel, espcially in times of despair. So it may be helpful to feel the presence of a loving person instead.
A Happy time of Advent to you all!

10. November 2016

Die gute Botschaft weitersagen - und wie!

Jetzt sind es schon ein Paar Tage, seit der Bibeldialog für Ehrenamtliche in der Gemeinde zu Ende ging. Es war wieder eine besonders angenehme Tagung, in der viele gute Gespräche schnell eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre entstehen ließen. Das ist besonders den Teilnehmenden (aus Deutschland, Lettland und den Niederlanden) zu danken. Aber auch das Team, in dieser Zusammensetzung noch recht neu hat durch gute Vorbereitung und ein offenes Ohr für alle Fragen die Basis gelegt, auf der alles wachsen konnte: Komm, sag es allen weiter! Das war unser Thema. Und so ging es los mit der Frage nach dem WAS. Was ist der Kern des Evangeliums? Welche biblischen Texte drücken dies für uns am besten aus, aber auch welche Lieder lassen uns spüren, welche eine gute Nachricht wir zum weitersagen haben? Schon die Morgenandachten haben uns die richtigen Anregungen mit in den Tag gegeben. Das WIE haben wir diesmal vor allem beim Berliner Dom gesucht und schnell gemerkt, dass es für das weitersagen der frohen Botschaft von der Liebe Gottes keine großen Dome braucht, wohl aber eine Atmosphäre der Ermutigung und des Vertrauens, damit sich auch Ehrenamtliche mit ihren Gaben einbringen können. Ein besonders schönes und nachklingendes Beispiel durften wir kennenlernen mit dem heilsamen Singen mit Ingrid Ossig vom Berliner Dom. Andere Beispiele, wie eine Gemeinde das Evangelium auch Außenstehenden nahe bringen kann, stellt Domprediger Müller vor. Seine Beobachtungen und Erfahrungen, dass es doch auch unter Kirchenfernen Interesse an gelebter Spiritualität gibt, hat Mut gemacht. Jutta Becker Plädoyer für Vertrauen auf die Kraft von Gottes Wort ließ uns auch die Wurzeln unseres Glaubens im Jüdischen bewusst werden. Gute Neuübersetzungen zum besseren oder leichteren Verständnis der biblischen Botschaften sind hilfreich und nützlich, aber im Gottesdienst ist es wichtig zu erinnern, dass diese Worte eben nicht alltäglich sind, sondern ein Schatz und eine Kraftquelle, etwas Besonderes und Heiliges. Offen blieben manche Fragen und Sorgen, zumal in kleinen Gemeinden in der Diaspora bzw. in einem fast völlig säkularen Umfeld, ob denn die Sprache der Lutherbibel die Menschen erreicht, die nicht zum Nachgespräch bleiben wollen, wo sie Verständnisfragen stellen könnten.

3. November 2016

Komm, sag es allen weiter - Go, tell it on the mountains

Gestern ging es schon wieder weiter mit dem Bibeldialog für Ehrenamtliche in der Gemeindeleitung. Eine eher kleine Gruppe, aber dafür auch wieder sehr engagierte Menschen. Es geht uns darum, wie wir das Evangelium weitersagen können. "Komm, sag es allen weiter! Aber was? und Wie?" ist die Überschrift. Mit dem Was ging es gestern und heute los: was ist denn die Essenz des Evangeliums? der guten Nachricht? Worauf kommt es an? Und wenn wir das wissen, fragen wir, wieso wie so oft das Weitersagen allein den TheologInnen überlassen wollen. 
Yesterday we started this year's last Bible Dialogue. A small but deeply committed people, congregation elders will discuss and experience what it is that make the Gospel so precious, what is the good news that we want to tell on the mountain and shout into each house? And why do we often feel this is not our job, but the pastors'?

31. Oktober 2016

Heimat ist kein Ort… Home is not a place…

Gestern ging unser Bibeldialog zum Thema Exil und Reich Gottes zu Ende. Wie immer waren es wohl die persönlichen Begegnungen, die diese Tagung zu etwas besonderem gemacht haben; nicht zuletzt die Frauen aus Bosnien, deren konkrete Exilerfahrungen während des Bosnienkriegs es vielleicht schwerer machten, unsere ganz privaten Momente der Entfremdung noch als eine andere Art des Exils zu verstehen. Da half es, dass wir mit der Einführung in die gewaltfreie Kommunikation lernen konnten, dass die Bedürfnisse eigentlich bei allen Menschen gleich sind, nur manchmal die Prioritäten nicht und vor allem unsere Strategien, sie zu befriedigen. Frieden ist ein solches Bedürfnis, aber neben Essen, Obdach, Kleidung eben auch Feiern und Lachen. Sich das ins Bewusstsein zu rufen lässt Verständnis wachsen und Empathie für das gegenüber. Die Bibelarbeiten ließen uns auch nachdenklich werden. Ging Jesus über die Grenze, also quasi ins Exil, um für einen Moment den Erwartungen an ihn, den Wunderheiler, zu entkommen, zu sich selbst zu kommen? War er deshalb so ungehalten zu der Frau, die für ihre Tochter um Heilung bat? Müssen auch wir uns manchmal einfach zurückziehen, damit wir uns nicht selbst entfremden?
Das Fremde empfinden wir manchmal direkt um uns, manchmal sind wir es, der den anderen um uns fremd ist, manchmal ist das Gefühl der Fremdheit auch nur den offenen Fragen geschuldet, die noch gestellt werden sollen. Hier waren wir Rabbi Rothschild und Neda sehr dankbar für ihre Offenheit und Geduld. Aber jede/r Einzelne, egal ob aus Deutschland, Polen, Estland, Österreich, Libanon, Bosnien und Herzegowina oder Russland, hat dazu beigetragen, dass unsere Gespräche fruchtbar waren, und geprägt von gegenseitigem Vertrauen. Zumindest an diesen 4 Tagen fühlten wir ein Stück Heimat, das nichts mit einem konkreten Ort zu tun hat.

Yesterday was the end of our Bible dialogue on Exile and the kingdom of god. As usually in our conferences, it was the personal encounter with people from different countries and intense talks with one another that made the time so special. Last not least the women from Bosnia who shared their personal experience with exile during the war made it hard to feel sorry for ourselves for those moments when we feel estranged deep within. It helped to learn from the non-violent communication that we all share the same needs, with sometimes different priorities and certainly different strategies to fulfill them. Peace for one, but besides food, clothes and shelter, also celebration and laughter. Realizing this helps to be more understanding of others and of our own motives.
The bible talks were also a challenge and food for thought. Did Jesus cross the border to escape people’s expectation in him as a miracle worker? To find himself again? Was that why we was so rude to the woman who only begged for her daughter to get well again? Is this what we sometimes need to do to not be alienated from ourselves? Sometimes we feel foreign in our own familiar environment. Sometimes the strangeness is only due to unasked questions. We are thankful that Rabbi Rothschild and Neda were patient and kind in answering our questions on Islam and Judaism. But every one of the participants from Germany, Poland, Austria, Bosnia, Estonia and Russia (and years ago from Nigeria and Lebanon) contributed to open and trusting conversations, so that for these four days we could say we found a sense of home that had nothing to do with a place or town.

24. Oktober 2016

Figuren der Kindheit für die Welt von Morgen - Childhood characters for tomorrow's world

(Please, scroll down for English text) Gestern ging der Bibeldialog der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa zu Ende. Das war ja in den 90er Jahren der Einstieg in die gesamt-europäische Begegnungsarbeit.  Auch diesmal waren wieder TeilnehmerInnen aus verschiedenen Ländern dabei:  Deutschland, Polen, Lettland, Tschechien und Siebenbürgen (Rumänien). Es ging um Kinderbücher und Kinderbibeln. Der Austausch über unsere eigenen Erinnerungen an unsere liebsten Kinderbuchhelden waren vermutlich das Spannendste. Das macht wohl ein gutes Kinderbuch aus, wenn wir als Erwachsene, zum Teil Jahrzehnte später noch gerne an unsere Kindheitsbegleiter denken und sie gerne unseren Kindern oder Enkeln als Begleiter mitgeben wollen. Pippi Langstrumpf und Alice im Wunderland werden  wohl noch viele Generationen begleiten. Auch Spidermann ist schon eine Weile dabei. Wird das auch Harry Potter schaffen? Klar war, Dank Olivia vom internationalen Kinderbuchladen Amadito&Friends in Prag, wie vielfältig und umfangreich Kinderliteratur heute ist. Wie auch ganz aktuell die Buchmesse in Leipzig wieder bestätigt: Kinder lieben Bücher und sie lieben Poesie, das Spiel mit der Sprache und den Lauten und die ganz unterschiedlichen und oft ganz zauberhaften Illustrationen, die vor allem für die Kleinen besonders wichtig sind. Und die (polnische) „Lokomotive“ werden wir wohl nie vergessen. Jürgen Rennerts Kindergedichte aus der Zeit der DDR können Kinder bis heute bezaubern.  Beeindruckend waren auch die handgeschriebenen und von Familie zu Familie heimlich vervielfältigten und weitergereichten Bibelgeschichten für Kinder aus der Sowjetzeit in Lettland, als Kinderbibeln dort verboten waren. Auch im Westen sind kindgerechte Bibeln noch nicht lange überall präsent. Im Berliner Bibelkabinett stellte uns Mareike ein wahres Buffet der aktuellen Vielfalt an Kinderbibeln vr.  Was sind Kriterien für eine gute Kinderbibel? Was darf weggelassen werden, wie einfach kann eine Bibelgeschichte erzählt werden, ohne ihre wesentliche Aussage zu verlieren? Comic- oder Lego-Bibeln (wie auch der Klassiker wie Schnorr von Carolsfelds Bibel in Bildern) stellen Gott oft als alten Mann mit weißem Bart dar, das geht eigentlich gar nicht. Und wie niedlich dürfen die Bilder sein? Wie viel Gewalt kann man einem Kind in welchem Alter zumuten? Am Tag nach dem Besuch im Bibelkabinett  kam die Frage, wie man Kinder bzw. Jugendliche mit dem Thema Shoah in Berührung bringen kann, so dass die Erinnerung nicht mit den letzten Zeitzeugen stirbt. Das Projekt „We will call out your name“ versucht es über das Medium Comic und indem es das Leben in den Vordergrund rückt: Was für ein Leben hätten die Ermordeten gehabt? Jugendliche sollen aufgefordert werden, dieses Leben, das so abrupt und viel zu früh endete, weiter erfinden, und so die Toten im Fiktiven „auferstehen“ lassen. Letztlich geht es immer um das Leben.
Yesterday we ended the Bible Dialogue of the Community of Protestant Churches in Europe. Since the 1990s, these are international encounters and this year we were participants from Germany, Poland, Latvia, Czech Republic and Transylvania (today’s Romania). We talked about children’s books and Bibles and how the books we read influenced us and how we think. Those memories of the characters of our own books in Childhood were probably the best part of the encounter. Pippi Longstocking and Alice in Wonderland have been part of children’s lives for a long while. Will Harry potter last that long? Thanks to Olivia from Amadito&Friends , the international children’s bookstore in Prague, we have an idea just how colourful and diverse today’s literature for children is. One thing is clear: children love books and they love poetry, the playing with language and sounds, and of course pictures. (We will never forget the Polish locomotive.) And Jürgen Rennert’s poetry for children can still enchant today.  Also impressive were the hand written Bible stories for children, that Latvian families secretly copied and passed on in Soviet days, because children’s Bibles were illegal. In the West, too, children’s Bibles have not been so well known for long. Mareike at the Bibelkabinett showed us a rich bouquet of children’s Bibles of all ages, from early picture Bibles to today’s Lego Brick-Bibles. But can (and should) one depict God as an old man with a beard? How sweet should the illustrations be? How reduced can a Bible story be before it loses all meaning? How much violence can we expose children to – and at what age? Another question, a day later, was how to tell children about the Shoah, so that the memory will not die with the last witnesses.  The Jewish comic-book-project “We will call out your name” (still in the making) will encourage children to invent the lives that murdered Jewish people would have had and thus will bring them “back to life” in fiction, make sure they will not be forgotten. In the end, it is all always about life.

4. Oktober 2016

DREAMS OF LIFE - LEBENSTRÄUME in Europa

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Gestern, am Tag der deutschen Einheit, ging unser Europäisches Jugendseminar zu Ende. 28 Teilnehmende aus 5 Ländern zwischen 14 und 25 Jahren, und ja: es hat sich nach Einheit angefühlt, nach europäischer Einheit. Die Stimmung bei der Tagung war einfach toll! Neben einer guten Portion Spaß gab es viele sehr ernste Gespräche über unser Tagungsthema: Lebensträume.
Nicht alles war gelungen. Manches ist einfach dumm gelaufen: zweimal statt zwei bestellter Guides nur einen bekommen und deshalb mit der Riesengruppe durch zu kleine Räume gedrängelt. Außerdem ausgerechnet am Exkursionstag mieses Wetter. Meine Vermutung ist aber, dass es auch daran lag, dass wir vom Team einfach eine andere Generation sind und dass das beim Thema Träume wohl besonders auffällt. Ich jedenfalls habe viel gelernt. Auch für nächstes Jahr.
Die jungen Leute, die meisten waren noch Schüler und unter 18, sind beim Träumen mutiger als wir „Alten“ und das ist gut so. Wir, das Team, haben etwas zu viel Tagungszeit mit dem Umgang mit gescheiterten Träumen verbracht und zu wenig damit, nach Möglichkeiten zu suchen, wie wir  Träume verwirklichen können. Ich denke, wir wollten die jungen Leute ausstatten mit guten Rezepten, wie man nach einem Fall wieder aufsteht und weiter macht, ohne zu verzweifeln.
Auf jeden Fall waren alle sehr gut drauf und der Abschied fiel wohl allen schwer. 

Yesterday, the Day of the German Reunification, we ended our European Youth Seminar. 28 people between 14 and 25 from 5 different countries. Yes, that was a good kind of European Union. The atmosphere was simply great. Next to a good portion of fun, there were also deep discussions on our topic: Dreams of life.
Not all went perfectly. Some things simply didn’t turn out the way we had planned them (one guide instead of two, lousy weather on the excursion day) but I suspect that we as the team are simply a different generation and that this is especially noticeable in a topic like "dreams". I for one learned a lot – for next year, too.
The young participants, most of them still in school, have more courage to dream than we, the „old ones“ and that is a good thing. We, the team may have planned too much time for how to deal with shattered dreams and not enough with looking for ways  to make our dreams come true. I think we had the good intention of providing the young ones with methods of how to stand up again after a fall.
I any case, the group was a very good one and in the end it was very hard to say good bye.

26. September 2016

Psalmen - Jüdische Gebete im christlichen Gottesdienst - Jewish prayers in Christian Worship

Am Sonntag ging mit dem Gottesdienst im Berliner Dom der Bibeldialog für Prädikantinnen und Prädikanten zum Thema Psalmen zu Ende. Wir haben auf Schwanenwerder getagt, was vermutlich mit für die besonders harmonische und arbeitssame Atmosphäre gesorgt hat. Etliche haben auf den Auswertungsbögen betont, wie sehr sie die Dauer der Tagung schätzten, weil sie so intensiver als sonst möglich an den Bibeltexten arbeiten konnten. Dass wir diesmal gar keinen freien Abend vorgesehen hatten, haben einige gut gefunden, andere haben doch das Berliner Zentrum etwas vermisst. Für Berliner Kultur der besonderen Art sorgte die jüdische Kantorin Avitall Gerstetter (https://www.facebook.com/avitall.cantor?fref=ts) mit ihrem wirklich wundervollen Liederabend, der zugleich Konzert und Information über die Psalmen im jüdischen Gottesdienst war. Das war ja unser Thema: der Psalter als jüdisches Gebetbuch, das wir auch im christlichen Gottesdienst nicht missen wollen. Psalmen können uns durch unser ganzes Leben begleiten; sie sprechen zu uns, auch in Zeiten, in den wir zornig sind, frustriert und bitter. Der Einstieg in den Psalter mit meiner Akademie-Kollegin Dr. Eva Harasta war ein guter Anfang: informativ und anschaulich mit Textbeispielen und zeit zum Fragen und Nachdenken. Nicht vergessen sollten wir ChristInnen aber, dass diese Texte weit älter sind als das Christentum. Jesus betete Psalmen in größter Not am Kreuz. Doch finden wir in den Psalmen nicht allein die Klage und Bitte, sondern immer auch Lob und Dank. Auch das sollten wir nicht vergessen. Gott loben und ihm danken zu können ist ein ebenso großes Geschenk wie unser Leid und unsere Angst zu ihm bringen zu dürfen.
Erinnern ist auch das Thema von Avitalls Project „We will call out your name“, ein Comic-Buch für Kinder über das Leben ihrer Großtante bis zu ihrem Tod im KZ. http://www.berlinerdom.de/content/view/363/204/lang,en/

Our Bible dialogue on psalms ended yesterday with worship at Berlin Cathedral.  A highlight was the evening with Avitall Gerstetter, the first female cantor in Germany. She explained and sang to us Psalms, and so gave us both a concert and a lecture that spoke not just to the head but to the heart. That was our actual topic: how can we Christians speak the psalms in our worship and not forget at the same time that these texts are much older than Christianity. These texts speak to us even in times when we are angry and bitter and yet teach us to praise God and be thankful. Jesus prayed a psalm on the cross. 
We don't want to - cannot - do without psalms in our worship; we have come to see them as an essential part of it and often interpret them in a distinctly Christian way. Maybe we just need to remember where they come from and treat them with respect like a treasured guest from a tradition older than us.
Remembering is also in the centre of Avitall project “We will call out your name” which is a comic book for children which tells the story of Avitall’s grandmother and her sister, who died in a concentration camp. More on this blog:  http://www.tobidahmen.de/blog/we-will-call-out-your-name/

18. August 2016

The Faith of a Canaanite Woman

Leaving that place, Jesus withdrew to the region of Tyre and Sidon. A Canaanite woman from that vicinity came to him, crying out, “Lord, Son of David, have mercy on me! My daughter is demon-possessed and suffering terribly.”
Jesus did not answer a word. So his disciples came to him and urged him, “Send her away, for she keeps crying out after us.” He answered, “I was sent only to the lost sheep of Israel.” The woman came and knelt before him. “Lord, help me!” she said. He replied, “It is not right to take the children’s bread and toss it to the dogs.” “Yes it is, Lord,” she said. “Even the dogs eat the crumbs that fall from their master’s table.” Then Jesus said to her, “Woman, you have great faith! Your request is granted.” And her daughter was healed at that moment.
Jiri's paper can be read in the side bar on the right. I would be happy if you would let me share in your discussions on the blog via comments.