20. Mai 2026

Predigt zum Buch Ester (Teil 3)

Heute der letzte Teil von Elkes Predigt. Elke ist Prädikantin in Lemgo und ich bin ihr sehr dankbar für ihre Predigten, nicht nur für den Blog. 

"Unsere schöne Esher, trauernd über jüdische verlorene Feiertage, die im Exil natürlich nicht gefeiert werden durften. Inmitten der Götzenbilder der anderen hat sie den vertrauten Psalm nicht vergessen. Sehnt der mächtige König sie herbei, weil er plötzlich die Nähe ihres und nachösterlich unseres Gottes spürt? Die jungen Männer aus dem eigenen Volk dichten ihr zur Freude Lieder und schnitzen sie in die Haremssäulen. Leider auch alles Judenprogrom? Doch plötzlich ist er da, unser Gott, ungenannt, aber spürbar und doch kaum vorstellbar. Und meist nicht zu erahnen, was er alles bewirken kann und wird.  
Gibt Mordechai Esther seine Überzeugung zu verstehen, dass hinter dem Geschehen das verborgene Handeln Gottes liegt? Ja, Gott steht zu seinem Volk und plant entgegen allem Unrecht schon den Heilsweg, auch die Befreiung aus dem Exil. Ist vielleicht auch Esthers Aufstieg zur Königin ein von Gott gelenkter, wichtiger Schritt zur Rettung des jüdischen Volkes vor seinen Feinden?                                       

Dann bedarf es aber Esthers scheinbar verrückten Entscheidung, Gott bedingungslos zu vertrauen.  
Die Frage ist, wie das Rettungshandeln Gottes in der Geschichte und in jeder unserer Geschichten Raum greifen kann. Ich persönlich musste mich schmerzhaft Auseinandersetzen mit erlittenem Unrecht und mühsam annähern an mögliche Vergebung. Oft mit dem lauten Ruf: Gott warum und wo bist du? Leise + zögernd bete ich mit Worten D. Bonhoeffers: Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will.    Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.                                                                                        

Alle Dinge Gott? Wie schwer das ist, haben uns gestern Teilnehmer des Bibelgesprächsfrühstücks betroffen erzählten. Esthers Kraft, die Nähe des nicht geliebten Königs zuzulassen, finde ich beachtlich. Ebenso ihren Mut, nach Mordechais Warnung den König vor dem bevorstehenden Attentat zu warnen.                                                                  
Und es bleibt mein Groll, mein Zweifel und meine drängende Frage an Gott: wieviel Opfer, nicht zuletzt  das deines geliebten Sohnes, kostet es zu welchem Preis?                                                                                                                                                                                            
Wer jetzt grübelt und verwirrt ist: spätestens jetzt nachlesen im Buch Ester in der Bibel:
https://www.die-bibel.de/ressourcen/bibelkunde/bibelkunde-at/ester-est

Danke, liebe Elke!

 



19. Mai 2026

Predigt zum Buch Esther (Teil 2)

 Heute der zweite Teil von Elkes Predigt: 

Klingt das Folgende nun endlich wie ein Märchen aus 1001 Nacht? „Schließlich war Esther an der Reihe. Sie wollte nichts mitnehmen, außer wozu ihr die Aufsicht, ein Verwandter, geraten hatte. Nun gewann Esther die Zuneigung aller, die sie sahen. Als Esther in den Palast geholt wurde, regierte der König bereits sieben Jahre“. Und klar - märchenhaft entwickelte er eine Vorliebe für sie. „Er liebte sie mehr als alle anderen Jungfrauen und sie gewann seine Zuneigung. Daher setzte er Esther die Krone auf und machte sie so zur Königin. Er gab ein großes Fest ihr zu Ehren für seine hohen Beamten und Diener. Für die Provinzen gewährte er Steuererlass.  Und er verteilte Geschenke, wie es für einen König üblich war“.

Eine Frage der Schönheit! Liebe Gemeinde, wer legt die Definition für Schönheit fest? Misswahlen heutzutage haben keine Vorbereitung im Harem, wohl aber zumeist ungesunde Ernährung, ein festgelegtes Erscheinungsbild und etliches wohl nicht besonders erstrebenwertes. Magersucht z. B. ist lebensgefährlich. Tonnenweise Creme und Kosmetika, dafür sterben Tiere.

Innere Schönheit, also die Liebe zum anderen, die, nach außen, strahlende Zufriedenheit, das sich von Gott geliebt wissen, ein versöhntes Leben trotz aller Schwierigkeiten - wo steht das auf welcher Skala? Und Jungfrauen, weshalb eigentlich? Zur weiteren Schönheitspflege für die Frau äußere ich mich lieber erst gar nicht. Deshalb sagte ich zu Anfang: fast ein Märchen aus 1001 Nacht.

Heute brutale zunehmende Wirklichkeit: Missbrauchsverbrechen in öffentlichen Institutionen, auch in Kirche, im prominennten Umfeld, in der Politik und auch in mancher Familie. Gottlob - landauf und landab heute bekannt, benannt und bestraft. Natürlich darf sich jedes Mädchen, jede Frau schön machen. Sexualität ist von Gott geschenkt und ohne schlechtes Gewissen zu genießen. Aber bitte nicht gottlos und ohne Verantwortung dem anderen gegenüber, schon gar nicht mit Abhängigen, erst recht nicht mit zu jungen Mädchen oder gar Kindern. Sonst wird aus einem Märchen aus 1001 Nacht die Verzweiflung unzähliger Opfer mit lebenslanger Verletzung. Gesetzgeber, Mensch und Gott, schaut genau hin.

Weshalb erzählt die Bibel die Esthergeschichte und erwähnt unseren Gott im ganzen Kapitel kein einziges Mal mit Namen? Vielleicht hilft uns ein Gedicht von der Jüdin Else Lasker Schüler:

Esther ist schlank wie die Feldpalme, 
nach ihren Lippen duften die Weizenhalme 
und die Feiertage, die in Juda fallen.

Nachts ruht ihr Herz auf einem Psalme, 
die Götzen lauschen in den Hallen.

Der König lächelt ihrem Nahen entgegen – 
denn überall blickt Gott auf Esther.

Die jungen Juden dichten Lieder an die Schwester, 
die sie in Säulen ihres Vorraums prägen.

Unsere schöne Esher, trauernd über jüdische verlorene Feiertage, die im Exil natürlich nicht gefeiert werden durften. Inmitten der Götzenbilder der anderen hat sie den vertrauten Psalm nicht vergessen. Sehnt der mächtige König sie herbei, weil er plötzlich die Nähe ihres und nachösterlich unseres Gottes spürt? Die jungen Männer aus dem eigenen Volk dichten ihr zur Freude Lieder und schnitzen sie in die Haremssäulen. Leider auch alles Judenprogrom? Doch plötzlich ist er da, unser Gott, ungenannt, aber spürbar und doch kaum vorstellbar. Und meist nicht zu erahnen, was er alles bewirken kann und wird.  

Morgen der Abschluss.

                                       

18. Mai 2026

Predigt zum Buch Esther (Teil 1)

Schon wieder ist ein Monat um und ich habe die meisten Blog-Versprechen nicht gehalten. Im April war aber auch viel los und dann Himmelfahrt und nächste Woche ist schon wieder Pfingsten. Aber dazu mehr am Donnerstag. 

Ich hätte längst berichten sollen von unserer Frauentagung: Wissen Wagen, einer Begegnung mit feministischer Theologie.  Aber verpasst ist verpasst. Heute, und bis Mittwoch erstmal wieder eine Predigt  von Elke aus Lemgo in 3 Teilen. Man kann hier auch ganz gut nachvollziehen, warum es sinnvoll sein könnte, die Bibel auch mit einem feministischen Blick zu betrachten: Das Buch Ester... ist "fast, aber nur fast, ein Märchen aus 1001 Nacht. Der König braucht eine neue Frau. Zuvor hatte er seine Königin Waschti davongejagt, als diese sich weigerte in voller Schönheit zu glänzen. In voller Schönheit, das bedeutete nichts anderes als nackt, nur mit einem funkelnden Diadem im Haar. So sollte sie sich dem König, seinem Hof und dem ganzen Volk präsentieren. Ich mag mir die Geräuschkulisse kaum vorstellen. Waschti weigerte sich. Damit kratze sie am Selbstverständnis des Hofes genauso wie am damaligen Frauenbild. Das durfte keinesfalls Schule machen. Also musste Waschti ersetzt werden. 
Was nun folgt, ist auch nicht märchenhaft. Bedienstete des Königs suchen in allen 127 Provinzen des Reiches, von Indien bis Ägypten, nach hübschen Jungfrauen. In der Stadt SUSA, dem Königssitz, sollten diese in den Harem des Palastes zur Schönheitspflege einziehen. Jungfrauen, junge unerfahrene Frauen, umgeben von Frauen, die für sie sorgen. Einflussreiche Männer, Eunuchen, führten an orientalischen Höfen im Harem die Aufsicht. Also kein ausschließlicher Frauenwohnort. Eifersüchteleien, Konkurrenz und Machtspielchen, vielleicht noch weit Schlimmeres, für meine Ohren vorprogrammiert. Sollte ein guter König nicht fürsorglich für sein Volk, egal ob Mann, Frau oder Kind sorgen? Gottlos und keinesfalls märchenhaft - so ein Palastleben.     

Und Folgerichtig, das Mädchen, welches dem König am besten gefiel, sollte neue Königin werden.   
Esther, die junge jüdische Waise und ihr Adoptivvater Mordechai, ihr Cousin, lebten in der Diaspora. Mordechai sogar in der Festung des Palastes zu Susa, demzufolge wohl Palastangestellter. Nach dem Tod von Esthers Eltern kümmerte er sich verantwortungsvoll um seine Nichte. Nun war sie zu einem jungen hübschen Mädchen mit guter Figur herangewachsen. Und Königsersuchen landauf und landab. Viele Mädchen zogen in den Harem der Festung ein, natürlich unter Aufsicht gestellt. So auch Esther. Diese fiel einem Aufseher auf. „Er entwickelte eine Vorliebe für sie und sorgte dafür, dass sie gutes Essen und eine besondere Schönheitspflege bekam. Außerdem stellte er ihr sieben Mädchen zur Seite, die er aus dem Haushalt des Königs auswählte. Er ließ sie alle zusammen im schönsten Raum wohnen, den es im Harem gab“. 

Mordechai sorgte sich. Er hatte Esther weitsichtig geraten, ihre jüdische Identität nicht preiszugeben. Täglich schaute er vorbei, weil er wissen wollte, was man mit ihr machte. Welche Beziehung er zu Gott pflegte, bleibt ungesagt, ist aber zu erahnen. Und Gottes Weitsicht, auch unter schlechten Bedingungen im Exil, wie die Treue zu seinem Volk deuten sich durchaus an.  

Der Countdown zur Königinnenwahl läuft. Ein junges Mädchen nach dem anderen war an der Reihe, zum König hineinzugehen. Ein Jahr dauerte die Vorbereitung für jede Frau. Ausgiebige Schönheitspflege vorgeschrieben: 12 Monate eine Behandlung mit Öl und Balsam. Dazu kamen noch weitere Schönheitsmittel für Frauen. Dann erst durften die Mädchen zum König hineingehen. 


Kritische Fragen: 
Meint weitere Schönheitsmittel für Frauen „niemals Widerspruch gegen den Hof + Männergesellschaft? „Sie durften zum König gehen“, gleichzusetzen mit „sie mussten sich ihm ungefragt hingen?“                    
Was erleben und fühlen die Mädchen in dieser sogenannten Vorbereitungszeit? Welche Erwartungen oder Ängste haben sie so fern von allem Vertrauten?                                                                                                                       
 Darüber lesen Sie dann morgen  hier mehr.                                                                                                    

11. April 2026

Gottesdienst online und mehr im Berliner Dom

*** If you wish to read this post in English, please let me know: hahn@eaberlin.de.

Auf die sommerlichen Bibeldialoge müssen noch eine Weile warten, aber in den Berliner Dom können wir gleich morgen gehen – in Berlin oder digital. Und wer gerade in Berlin ist, kann schon heute von 18.00 – 19.00 Uhr im Berliner Dom die Stunde der Dommusik genießen, diesmal wieder als Choral Evensong nach anglikanischer Tradition mit dem English Choir Berlin

Am Sonntag dann wie gewohnt ab 10 Uhr der Gottesdienst mit Abendmahl auch  als Live-Übertragung auf https://www.berlinerdom.de/live. Es ist der Sonntag „Quasimodogeniti“

Was bedeutet Quasimodogeniti? Der lateinische Begriff stammt vom Eröffnungsgesang des ersten Sonntags nach Ostern, Quasi modo geniti infantes („Wie neugeborene Kinder“). Dieser Sonntag (Weißer Sonntag) symbolisiert das neue Leben durch die Auferstehung

Es predigt zu Gast der Landesbischof Dr. Oliver Schuegraf der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe. Durch die Liturgie führt uns Dompredigerin Christiane Münker.

Und wer wie ich nicht genau zu 10 Uhr live mit-streamen kann, findet die Gottesdienste auch noch später in der Mediathek des Berliner Doms.

Euch/Ihnen allen ein gesegnetes Wochenende

Ihre/Eure Tamara

10. April 2026

Mut und Versöhnung | Begegnungen mit der Bibel und mit Breslau

Wie kann Versöhnung wachsen – zwischen Menschen, zwischen Völkern und in uns selbst? Diese Begegnungstagung führt nach Breslau und Kreisau zu Orten der Erinnerung an die Shoah. Dialog, Geschichte und Glaube wirken zusammen, um Versöhnung heute aktiv zu gestalten.

Diese Tagung lädt ein, Geschichte nicht nur zu erinnern, sondern ihr im Heute zu begegnen – mutig, hoffnungsvoll und mit dem Ziel der Versöhnung. Im Blick auf die Shoah, auf die europäische Verantwortung für den Frieden und auf aktuelle Herausforderungen in den einzelnen Ländern Europas verstehen wir Versöhnung dabei als einen fortdauernden Prozess.

Gemeinsam mit polnischen und deutschen Gesprächspartner*innen erkunden wir bedeutende Erinnerungsorte in Breslau: die Synagoge zum Weißen Storch im “Viertel der gegenseitigen Achtung”, den Jüdischen Friedhof und den Platz der Versöhnung. In Kreisau setzen wir uns mit den Hoffnungen und Plänen des Kreisauer Kreises für einen Neuanfang nach dem NS-Terror auseinander. In der Ausstellung „Mut und Versöhnung“ folgen wir den Spuren der deutsch-polnischen Beziehungen durch die Jahrzehnte.

Impulsreferate, Austausch in Kleingruppen und persönliche Begegnungen verbinden Geschichte, Gegenwart und Glauben. Ein besonderer Akzent liegt auf zivilgesellschaftlichem Engagement – unter anderem durch die Vorstellung der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste.

Es ist eine Einladung zum Innehalten, Erinnern und Weiterdenken – für alle, die Versöhnung nicht nur bedenken, sondern gestalten möchten.

Anmelden kann man sich noch bis zum 7. Juli, aber gerne früher, denn wir haben viel einiges zu planen, das an der Teilnehmendenzahl hängt. Mehr Infos und den Link zum Anmelden finden Sie hier: Mut und Versöhnung – Evangelische Akademie zu Berlin.

Und kommende Wochen, vom 15.-17. April 2026, werden wir dann Wissen wagen bei den feministisch-theologischen Begegnungstagen im Kloster Stift zum Heiligengrabe bei Berlin. Dazu dann am Montag mehr…

9. April 2026

Der Anderen Last | Begegnungen mit Siebenbürgen

 „Einer trage des anderen Last“, schreibt der Apostel Paulus (Gal.6,2a). Geht das überhaupt? Zu Gast bei der evangelischen Minderheit in Siebenbürgen wollen wir überlegen, wie Texte der Bibel uns helfen können, die Lasten unserer Gegenwart gemeinsam zu tragen. Jede und jeder trägt das eigene Päckchen auf den Schultern. Wie können wir da noch schauen, was unsere Nächsten brauchen? 

Neben intensiven Gesprächen zur Bibel und über den Alltag in unseren Ländern nehmen wir uns auch Zeit für die kulturellen Schätze Siebenbürgens. Auf dem Programm stehen Ausflüge nach Hermannstadt und zur Kirchenburg in Heltau. Spaziergänge zur Michelsberger Kirchenburg und zum jahrtausendealten Naturdenkmal “Halber Stein” sind ebenfalls möglich. Die Tagungssprache ist Deutsch.

Wer möchte, kann auf eigene Kosten eine Verlängerungsnacht im Elimheim buchen. Die Anreise bis Sibiu/Hermannstadt erfolgt in Eigenregie. Von dort werden Sie abgeholt.

Anmelden kann man sich noch bis zum 14. Juni, aber gerne früher, denn es gibt nur begrenzt viele Zimmer im  Elimheim in Michelsberg. Mehr Infos und den Link zum Anmelden finden Sie hier: …der Anderen Last – Evangelische Akademie zu Berlin.

Im August bin ich dann ein paar Wochen erstmal im Urlaub, aber am 27.8. geht es im polnischen Breslau weiter. Dazu mehr morgen…

8. April 2026

Tatort Wittenberg – Prädikant:innen-Begegnung in Wittenberg

Ein Bibeldialog für Ehrenamtliche in der Verkündigung über die Prediger der Reformation

In Wittenberg nahm die Reformation im 16. Jahrhundert bekanntlich richtig Fahrt auf, insbesondere durch profilierte Prediger. Wir begegnen Martin Luther und Philipp Melanchthon an ihren Wirkungsstätten und beleuchten ihr Denken und ihre bis heute anhaltende Bedeutung für unseren Glauben und die Tradiition der protestantischen Predigt.

Ehrenamtlichen Prediger*innen aus unterschiedlichen Landeskirchen verbringen drei Tage auf den Spuren der berühmten Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon. Sie besuchen originale Schauplätze und tauschen sich aus zu ihren eigenen Erfahrungen auf den Kanzeln des Landes.

Was bedeuten die Ideen der Reformation uns heute? Ein Gottesdienst in der Stadtkirche (der Hauptpredigtstätte Luthers), ein Spaziergang auf den Spuren Melanchthons sowie Zeit für weitere Sehenswürdigkeiten in Wittenberg sind eingeplant. Zeit für einen Besuch im Melanchthonhaus oder dem Augustinum sowie entspannte Gespräche an den Abenden ist ebenfalls eingeplant. 

Anmelden kann man sich noch bis zum 2. Juni, aber gerne früher, denn es gibt nur begrenzt viele Zimmer im Tagungszentrum LEUCOREA in Lutherstadt Wittenberg. Mehr Infos und den Link zum Anmelden finden Sie hier: Tatort Wittenberg – Evangelische Akademie zu Berlin.

Eine Woche später sind die Bibeldialoge dann schon in Siebenbürgen, aber dazu morgen mehr…

7. April 2026

Kraftquellen – Bibeldialog in Wittenberg

 Wie versprochen diese Woche die Ankündigungen der Sommer-Bibeldialoge. Vier Tagungen in drei verschiedenen Ländern. In Wittenberg geht es los mit zwei Bibeldialogen gleichzeitig. Zwei wirklich kompetente ehrenamtliche Teams machen es möglich, ohne dann ich mich klonen lassen muss.

Aber der Reihe nach: Was sind unsere Kraftquellen und wo tanken wir auf? Fragen, die sich Angehörige von Menschen mit Behinderung sicher öfters stellen. Wo ein Mitglied der Familie physische und/oder psychische Beeinträchtigungen hat, sind alle anderen mit betroffen. Wie finden Menschen Kraft, sich immer wieder einem Alltag zu stellen, in dem die Sorge um eine*n Angehörige*n mit Behinderung bestimmend ist? Egal, ob die beeinträchtigte Schwester oder der Sohn mit Behinderung in der Familie betreut wird oder in einer Einrichtung lebt: Für die Angehörigen birgt jeder Tag seine Herausforderungen. Im Erfahrungsaustausch, mit Tipps und Ideen für diese Herausforderungen im Alltag sowie mit einem Blick in die Bibel und ihre ermutigenden Passagen wollen wir achtsamer auf unsere Kraftquellen schauen und neue erkunden – im Tagungsraum, aber auch draußen im Park.

Deshalb ist auch ein Ausflug in den Wörlitzer Park geplant – mit Gondelfahrt und Kaffeetrinken – alles einfach nur zum Auftanken.

Anmelden kann man sich noch bis zum 2. Juni, aber gerne früher, denn es gibt nur begrenzt viele Zimmer im Tagungszentrum LEUCOREA in Lutherstadt Wittenberg. Mehr Infos und den Link zum Anmelden finden Sie hier: Kraftquellen – Evangelische Akademie zu Berlin.

Und zur selben Zeit im selben Haus, aber das dann morgen... 

4. April 2026

Karsamstag - der letzte Stopp auf dem Weg hin zu Ostern

 Was wird am Karsamstag gefeiert?

Der Karsamstag ist ein Tag der Stille und des Wartens. Als Fest ist er weniger bekannt, doch theologisch bedeutend: Er erinnert an die Grabesruhe Jesu – zwischen Tod und Auferstehung, zwischen Hoffnung und Zweifel. An diesem Tag – auch „stiller Samstag“ genannt – läuten in der Regel keine Glocken. Falls am Abend ein Gottesdienst gefeiert wird, ertönt nur eine einzelne Glocke.

Im Berliner Dom z.B. 22.00 – 23.30 Uhr feiern wir die Heilige Osternacht mit Tauferinnerung und Abendmahl, auch wieder als Live-Übertragung auf https://www.berlinerdom.de/live.  Mit Dompredigerin Christiane Münker, Domprediger Stefan Scholpp, den Berliner Dombläsern und Domorganist Andreas Sieling. Den Weg nach Ostern haben wir fast geschafft.

Und morgen ist Ostern! Warum ist Ostern das wichtigste Fest?

Ostern feiert die Auferstehung Jesu von den Toten. Das Fest steht für neues Leben, Hoffnung und den Sieg des Lebens über den Tod – im Zentrum des christlichen Glaubens.

Am späten Abend des Karsamstag oder den frühen Morgenstunden des Ostersonntag feiern Christinnen und Christen die Osternacht, denn nach den biblischen Berichten ist Jesus in der Nacht auferstanden und die Frauen fanden am frühen Morgen das leere Grab vor. Wird der Gottesdienst am Abend gefeiert, kann die Auferstehung durch Kerzenlicht symbolisiert werden; feiert man in den Morgen hinein, wird es von selbst hell. In jedem Fall ist der Übergang vom Licht zum Dunkel ein eindrucksvolles Symbol für die Auferstehung Christi. Das Leben ist stärker als der Tod; Gott überlässt die Menschen nicht sich selbst; die Welt bekommt eine neue Perspektive: In dieser hoffnungsvollen Botschaft liegt die Bedeutung von Ostern.

Der Ostersonntag ist in allen christlichen Konfessionen ein Freudenfest und Höhepunkt des Kirchenjahrs. Entsprechend festlich wird er begangen: Alle läutbaren Glocken erklingen gemeinsam, das liturgische Schwarz der Karwoche ist abgelöst von festlichem Weiß, Kerzen leuchten, es wird gesungen und häufig auch musiziert.M it Ostern endet die siebenwöchige Passions- und Fastenzeit. Zur Feier des Tages gibt es daher nach dem Gottesdienst in vielen Gemeinden ein Osterfrühstück. Auch wenn die Ostereier nicht unbedingt aus der christlichen Tradition stammen, lassen sie sich doch als Symbol für das Leben und die Unendlichkeit deuten.

Und morgen um dann auf jeden Fall in die Kirche, z.B. den Berliner Dom, der für besonders festliche Gottesdienste einfach perfekt ist. Aber alle christlichen Gemeinden werden morgen besonders frohe Festgottesdienste feiern. Im Dom gibt es aber wieder eine Live-Übertragung auf https://www.berlinerdom.de/live, denn es gibt  viele, die sich auch an diesem Freudentag nicht aufmachen können.

Im Dom predigt am Ostersonntag Bischof Dr. Christian Stäblein und es singt der Staats- und Domchor Berlin. Und natürlich hören wir Domorganist Andreas Sieling an der wirklich großen Sauerorgel. Für englisch-verstehende Gäste gibt es auch eine Übersetzung des ganzen Gottesdienstes in einer der Logen, aber die Osterfreude braucht eigentlich keine Worte.

Ehe ich es vergesse: Auch am Ostermontag von 10.00 – 11.30 Uhr wird noch einmal festlich Gottesdienst mit Abendmahl gefeiert, auch live übertragen auf https://www.berlinerdom.de/live

Bis dahin aber Ihnen/Euch allen gesegnete Ostertage!

Eure/Ihre Tamara

3. April 2026

Zum Karfreitag im Protestantismus

Der Karfreitag im Protestantismus

Zum Karfreitag gibt es viel zu sagen, und nach vielen Gesprächen mit verschiedenen Theolog:innen bei den Europäischen Bibeldialogen zur „Kreuzestheologie „Sühnetod Jesu“… poste ich doch lieber einen Text von der Website der Evangelischen Kirche: https://www.ekd.de/Karfreitag-Basiswissen-Glauben-54865.htm

Also: Ist der Karfreitag der höchste evangelische Feiertag? „Das ist nur in bestimmter Hinsicht richtig. Evangelischer Frömmigkeit ist das Bemühen um Wahrhaftigkeit wesentlich. Es gilt, nicht nur nach außen als Christ oder Christin zu leben, sondern es innerlich wirklich zu sein. Der Tod Jesu ist so eine Mahnung an die Gewissen. Im Angesicht des Kreuzes muss jeder Christ und jede Christin sich fragen, wie ernst es ihm oder ihr mit dem Glauben ist und ob man bereit ist, Jesus auf seinem Leidensweg zu folgen. Solche Selbstkritik kann jedoch nur recht üben, wer über dem Klagen das Frohmachende des Evangeliums nicht vergisst. Kurz: Der wahre Sinn des Kreuzes erschließt sich erst an Ostern. So gesehen ist Ostern, die Feier der Auferweckung Jesu, das höchste Fest der Christenheit. Dazu morgen mehr…

Aber zu den Bräuchen am Karfreitag: In allen Bundesländern Deutschlands ist der Karfreitag ein gesetzlicher „stiller Feiertag“. An ihm dürfen bestimmte Märkte, Musik- und Tanzveranstaltungen nicht stattfinden. Der Verzicht kann auch das Essen betreffen. Nach alter Tradition essen evangelische Christen und Christinnen am Karfreitag Fisch, die klassische Fastenspeise. In Erinnerung an den Karfreitag wird in den meisten Mensen und Kantinen an jedem Freitag Fisch serviert. 

In der evangelischen Kirche wurde der Karfreitag lange mit festlich gestalteten Abendmahlsgottesdiensten begangen. Daneben sind in jüngerer Zeit schlichtere Feiern getreten, oft zur Todesstunde Jesu (15 Uhr) oder am Abend. In ihnen wird auf Altarschmuck und Kerzen verzichtet. In vielen Gottesdiensten schweigt die Orgel. Auch verzichten viele Kirchengemeinden am Karfreitag auf das Glockenläuten. Die liturgische Farbe des Tages ist Schwarz.

Dass heute im Berliner Dom um 10 Uhr Gottesdienst gehalten wird, habe ich ja schon gestern angekündigt, aber um 15 Uhr ist im Dom auch eine Andacht zur Sterbestunde Jesu, auch als Live-Übertragung auf https://www.berlinerdom.de/live und auf BibelTV Und weil der Karfreitag auch ein besonderer Tag der Kirchenmusik ist, singen der Staats- und Domchor Berlin und die Sing-Akademie zu Berlin und der Tenor András Adamik.

Für Menschen, die gerade in Berlin sind, geht es danach live im Dom musikalisch weiter, aber dazu mehr hier: https://www.berlinerdom.de/termine/ 

2. April 2026

Gründonnerstag im Berliner Dom und online

Was bedeutet der Gründonnerstag im Christentum?

Am Gründonnerstag erinnern sich Christinnen und Christen an den letzten Abend, den Jesus vor seiner Gefangennahme mit seinen Jüngern verbrachte: Mit Brot und Wein nahm er Abschied von ihnen und trug ihnen auf, in Erinnerung daran künftig gemeinsam ein solches Abendmahl zu feiern. Nach dem Essen ging Jesus in den Garten Gethsemane, wo er bis zu seiner Festnahme betete und weinte. Darauf bezieht sich auch der Name „Gründonnerstag“, der vom althochdeutschen „grunen“ für „weinen“ oder „greinen“ abstammt. 

Traditionell wird in den evangelischen Kirchen am Abend des Gründonnerstag ein Abendmahlsgottesdienst gefeiert. In Brot und Wein erfahren Christinnen und Christen dabei die Gemeinschaft untereinander und mit Jesus; sie bezeugen sein Leiden und Sterben und vergewissern sich der Vergebung ihrer Sünden. Das Glockenläuten am Abend des Gründonnerstags erinnert ebenfalls daran, wie Jesus in der Nacht vor seiner Gefangennahme voller Todesangst in Gethsemane betete. Für dieses Gedächtnisläuten wird nur eine Glocke benutzt.Mehr zu Bräuchen zum Gründonnerstag und rund um Ostern finden Sie auch hier: https://www.ekd.de/ostern-brauche-tradition-christlich-13267.htm

Natürlich gibt es heute auch im Berliner Dom, einen besonderen Gottesdienst zur anbrechenden Nacht und mit Abendmahl von 20:00 bis 21:30 Uhr.  Für alle, die nicht in Berlin sein können, gibt es den Gottesdienst such als Live-Übertragung auf https://www.berlinerdom.de/live. Es predigt unsere Dompredigerin Christiane Münker und unser Domprediger Stefan Scholpp führt durch die Liturgie. Musikalisch wirken mit Sopran Lotte Kosack und Domorganist Andreas Sieling. 

Ich sitze da vermutlich schon an meiner Übersetzung für den Gottesdienst am Karfreitag. Zum Karfreitag mehr morgen hier im Blog, aber für Ihre Planung schon jetzt: Der Gottesdienst mit anschließender Karfeitagsprozession beginnt wie von Sonntagen her gewohnt um 10 Uhr und wird auch gestreamt auf: https://www.berlinerdom.de/live. Es predig: Domprediger Stefan Scholpp und es singt die Schola der Berliner Domkantorei unter der Leitung von Domkantor Adrian Büttemeier. 

Das war auch nicht der letzte besondere Gottesdienst vor Ostern, aber dazu einfach mal auf der Website des Berliner Doms nachschauen: https://www.berlinerdom.de/termine/.

 

 

 

 

 


1. April 2026

Was ist die Karwoche?

Wir sind mitten in der Karwoche. Bevor ich nach Ostern die Bibeldialoge diesen Sommer vorstelle, vier Tagungen in drei Ländern ..., erstmal hier ein paar Gedanken zur Karwoche. Was ist die Karwoche?

Die Woche, in der Karfreitag liegt, heißt Karwoche. Die Festtage dieser Woche beziehen sich auf wichtige Ereignisse des Lebens Jesu: Am Palmsonntag – das war der letzte Sonntag – wurde des Einzugs Jesu in Jerusalem gedacht. Nun bewegen wir uns mit großen Schritten auf das höchste Fest der Christen zu (nein es ist nicht Weihnachten! 😉): Ostern. Aber bis dahin wird noch viel geschehen.

Am Gründonnerstag erinnern sich Christinnen und Christen an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern am Vorabend seiner Kreuzigung. Die Einsetzungsworte bei jeden Abendmahlsgottesdienst sind genau aus dieser Situation genommen, wie bei Matthäus 26,26-29, und bei Lukas 22,14-20 beschrieben. Dem Karfreitag folgt der Karsamstag, der Tag der Grabesruhe. Mit diesem Tag endet die Karwoche.

Am Ostersonntag feiern Christinnen und Christen dann die Auferstehung: Gottes Sieg über den Tod. Mehr dazu dann die Tage hier im Blog. Oder auch hier: https://www.ekd.de/karwoche-94511.htm wo ich mir die Infos hergeholt habe.

Morgen geht die Reise hin zu Ostern weiter.

27. März 2026

Palmsonntag im Berliner Dom und online

Das kommende Wochenende am Berliner Dom wird wieder musikalisch, aber am Samstag muss man dazu eben doch in Berlin sein.

Die dreiviertel Stunde der Dommusik ab 18 Uhr und mit dem Staatsunddomchor erfreut mit dem Kapellchor des Staats- und Domchores Berlin, mit Susanne Zapf an der Violine, Bo Wiget am Violoncello, Martin Ripper mit seiner Flöte, Marco Heise an Klavier und Wegscheider-Orgel. Dazu singt Cornelia Knoch, (Sopran) und nicht zu überhören: An der großen Sauerorgel spielt unser Domorganist Andreas Sieling.

Am Sonntag um 10.00 (bis ca. 11.30 Uhr) feiern wir dann den Gottesdienst Palmarum, auch Palmsonntag genannt. Wir denken an den Einzug Jesu in Jerusalem. Der Palmsonntag steht am Anfang der Karwoche. Wenig später wird Jesus ans Kreuz geschlagen. Durch die Tiefe führt Gottes Weg zur Verherrlichung.

Es predigt Domprediger Stefan Scholpp und musikalisch wirken außerdem der Oratorienchor der Berliner Domkantorei unter der Leitung von Domkantor Adrian Büttemeier mit. An der großen Sauerorgel hören Sie auch wieder Domorganist Andreas Sieling. Wer Gäste zu Hause hat, die kein Deutsch verstehen, aber Englisch, kann sich den ganzen Gottesdienst sogar in einer der Logen übersetzen lassen. 

Dazu muss man allerdings in Berlin sein. Für alle anderen gibt es den ganzen Gottesdienst als Live-Übertragung auf https://www.berlinerdom.de/live.

Und wer wie ich nicht genau zu 10 Uhr live mit-streamen kann, findet die Gottesdienste auch noch später in der Mediathek des Berliner Doms.

Euch/Ihnen allen ein gesegnetes Wochenende
Ihre/Eure Tamara

26. März 2026

Was uns Jesu Auferstehung hoffen lässt – Online-Abend zu Glaubensfragen

Noch sind wir auf dem Weg nach Ostern und die Worte von Elkes predigt (die ich die letzten drei tage hier gepostet habe, begleiten uns. Noch folgt erst Palmsonntag und dann Karfreitag mit seiner Traurigkeit, und doch müssten wir eigentlich voll Hoffnung sein, denn Ostern kommt ja mit Sicherheit:

„Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?“, so schrieb der Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Gemeinde in Korinth (15,54f) - und verbreitete damit eine unglaubliche Hoffnung. Gilt diese Hoffnung, die aus der Auferstehung Jesu entspringt, allein im Blick auf den Tod Jesu am Kreuz? Oder bezieht sie ihre Kraft auch daraus, dass sie sich auf den Tod aller Menschen richtet, also auch auf unser eigenes Sterben? Und könnten wir eine solche Hoffnung überhaupt annehmen, aus ihr heraus leben, auch wenn gegenwärtige Krisen uns oft alle Hoffnung rauben?

Am 13. April laden wir ein, Fragen zu stellen. Holger Schmidtke, ordinierter Theologe, Religionspädagoge und langjähriger Leiter mehrerer Europäischer Bibeldialoge, lässt uns nach einem kurzen Impuls zum Thema miteinander ins Gespräch kommen.

Anmelden am besten über die Website der Evangelischen Akademie zu Berlin: Was uns Jesu Auferstehung hoffen lässt – Evangelische Akademie zu Berlin

Die Online-Dialoge zu aktuellen Glaubensfragen sind eine Zusammenarbeit der Europäischen Bibeldialoge mit dem Evangelischen Forum Berlin/Brandenburg (Landesverband der Evangelischen Akademikerschaft e.V.).

25. März 2026

Predigt auf dem Weg nach Ostern | Teil 3

 Heute noch der letzte Teil von Elkes Predigt zu Matthäus 11, 28-30 und Hebräer 13, 12-14

Ich bin gefragt, meine Mitmenschen als Geschwister zu lieben, eben auch die Unbequemen. Halten wir uns an notwendige lebendige WORTe. ER, der Gottessohn, meint es gut mit uns, gibt uns keine Lasten, die wir nicht tragen können.

Das Matthäusevangelium aus dem judenchristlichen Milieu mit vorprogrammierten Konflikten. Im Hebräerbrief, vermutlich von einem Paulusanhänger und etwa zur gleichen Zeit verfasst, hören wir:  Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen. (Hebräer 13, 12-14)

Das Volk, und da beziehe ich gern die gesamte Christenheit ein, geheiligt durch Christi Blut. Vertrauter Text und vertraute Auslegung, liebe Gemeinde. Unstrittig verstanden die Erinnerung an sein Opfer, Christi Kreuzigung, die vor den Stadttoren geschah. Auch der Verfasser des Hebräerbriefes, eindeutig in Christi Nachfolge, kennt Ausgrenzung und Schmach. Er fordert uns vor die Tore, heraus aus der sicheren Stadt, moderner gesagt, außerhalb unserer Komfortzone zum Handeln. Christus Schmach tragen, sein Joch auf uns zu nehmen, ist kein fröhlicher Frühlingsspaziergang. Verspricht aber Schritt für Schritt gelingendes Leben trotz aller Mühe im irdischen Leben, trotz meiner engen Grenzen. Das drückt sich vielleicht auch Namen eines Biergartens im Victoriapark in Berlin Kreuzberg aus. Der heißt nämlich Golgatha. Unser Leben zwischen Beten und Handeln, Eintreten für das WORT, Feiern und Hoffen, weil wir eben wissen: Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern suchen die Zukünftige. Deshalb mit Gottvertrauen morgens das Frühstücksbrett und die Gebetsbank, den Apfel und den Tee sorgsam bereiten. Den Tag von Gott empfangen. Nachtreste loslassen, Kostbarkeiten bergen, Widerspruch abschütteln! Im Abendgebet dankbar GOTT den Tag zurückgeben und das Zukünftige gelassen besingen. (nach Lisa F. Oesterheld aus Gottesschimmer, geistliche Gedichte)

Und nicht zuletzt in der Passionszeit auch immer wieder freudig und fleißig von Christus lernen. Er hat vorgelebt, Gott, dein Wille geschehe. Für uns will er unser und der Welt bestes. Sein Schüler, seine Schülerin zu sein, bleibt lebensnotwendig. Ohne unseren Lehrer geht es nicht. Dann wird es leicht. Zeige mir deinen Weg, wo mein Glück ist, wo mein Herz. Show me Lord, from the start, where´s my treasure, where´s my heart. @2010Dyba Music. www.jud/bailey.com

Bald feiern wir Palmarum. Jesus reitet auf einem Eselfüllen in Jerusalem ein. Machen wir uns mit auf den Weg, jubeln und singen ein zu Herzen gehendes HOSIANNA, gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn. Und der Friede, der höher ist als alles, was wir verstehen, bewahrt Gott sei Dank unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus, unserem Erlöser und Bruder. Amen

 Ja, die Passionszeit geht ihrem Ende entgegen, aber wir bleiben unterwegs. morgen stelle ich noch einen Online-Abend vor der zwar erst nach Ostern stattfindet, aber  doch unsere Hoffnungen auf Leben berühren will. 
Danke, liebe Elke.

24. März 2026

Predigt auf dem Weg nach Ostern | Teil 2

Predigt zu Matthäus 11, 28-30 und Hebräer 13, 12-14 - den ersten teil der predigt habe ich gestern hier gepostet.

Unendlich schweres trägt Christus, unbestritten! Gerade in der Passionszeit erinnern wir uns dieser Größe und seinen Schmerzen. Und wohl niemand von uns kann so etwas aushalten. Weshalb bringt Jesus gerade sein schweres Joch und fordert uns, es IHM gleichzutun und zu lernen?

Zu schnell! Klar diese Frage drängt sich auf. Aber zuvor spricht Jesus eben die so großartige Einladung aus. Kommt her zu mir alle, die ihr schwer tragt, ich will euch erfrischen. Das war und ist in einer Welt voll von politischem Stress, sozialer Ungerechtigkeit, nationaler Traurigkeit das ersehnte Gotteswort. Christi Angebot der Ruhe außerdem eine erfrischende, direkte Alternative zu geistiger Müdigkeit. Damals die Tempelzerstörung, heute massenhafte Kirchenaustritte!

Christus bietet die unbequeme, aber zeitgemäße und hoffentlich lebensverändernde Lösung. Nehmt, wie ich. das Joch auf euch und verkündet Gottes Reich, sanftmütig und dien-mütig von Herzen. So schafft Gott in Christus Recht. Ist das die Botschaft, die wir am Sonntag Judika gelernt haben?

Laut und mit Zorn vertrieb Er, der empörte Jesus, die Händler aus dem Tempel. Einspruch und Widerstand gehören zu Gottes Recht. Überzeugt und glaubhaft spricht unser Heiland demzufolge: „Mein Joch ist sanft, und meine Last leicht.“ Wie so oft, schwer begreiflich und durchaus unbequem, unser Lehrer. Bin ich also gerufen, in seinem Sinn weiterzumachen um zu leben? Jesus Christus, unverfügbar, für mich Menschenkind das Gotteskind. Eben nicht nur klein und niedlich im Stall oder dem Arm seiner Mutter. Aber liebend bis in alle Ewigkeit.

Die am Urtext nahe BB übersetzt: Kommt her zu mir alle, die ihr euch abmüht und belastet seid! Ich will euch Ruhe schenken. Nehmt das Joch auf euch, das ich euch gebe. Lernt von mir: Ich meine es gut mit euch und sehe auf niemanden herab. Dann werden eure Seelen Ruhe finden. Denn mein Joch ist leicht. Und was ich euch zu tragen gebe, ist keine Last.

Tröstlich, hier ist endlich von Ruhe die Rede. Nicht Unruhe über schwere Texte soll meine Seele beschweren. Interessant – nehmt auf euch das Joch, das ich euch zu tragen gebe. Wir sind nicht gefordert, die Welt zu erlösen. Das ist und bleibt Christus Werk. Das er jedem und jeder von uns eine Aufgabe, Talente und Kraft, nicht zuletzt den HL Geist schenkt, damit kann ich schon eher leben. Klar, nicht immer ist es leicht oder bequem Christus zu folgen. Ich bin gefragt, meine Mitmenschen als Geschwister zu lieben, eben auch die Unbequemen. Halten wir uns an notwendige lebendige WORT. ER, der Gottessohn, meint es gut mit uns, gibt uns keine Lasten, die wir nicht tragen können.

...und morgen folgt hier der dritte und letzte Teil der predigt, die uns Elke, Prädikantin aus Lemgo, geschickt hat. Danke für deine anregenden Gedanken.


23. März 2026

Predigt auf dem Weg nach Ostern | Teil 1

Predigt von Elke aus Lemgo zu Matthäus 11, 28-30 und Hebräer 13, 12-14

Gott, schenk uns ein Wort für unser banges Herz und ein Herz für dein ewiges Wort. Amen
Gnade und Friede ist mit uns von Jesus Christus, unserem Lehrer.

Kinder im letzten Kindergartenjahr freuen sich, dass sie nun endlich zu den Großen gehören. Sie fiebern dem Tag entgegen, an dem sie endlich in die Schule dürfen. Schulkind sein – was verbinden sie mit dieser Vorstellung? Lesen, schreiben, rechnen, nicht mehr an der Hand von Mutter oder Vater, sondern bald allein den Weg bewältigen, Neugierde auf den oder die Lehrerin und neue Gesichter. Wir alle wissen, diese Begeisterung lässt oft zu schnell nach. Alltag und auch Lernschwierigkeiten begegnen den so Motivierten. Und auch die Lehrerin, der Lehrer, ach, die sind doch einfach doof. Zum Glück gibt es mehrfach im Jahr Ferien. Dennoch wissen wir alle: Lernen ist unbedingt lebenswichtig.

Wir gehen auf Ostern zu. Ich sehne mich nach der Auferstehungsfreude, nach dem Unfassbaren. Wir wollen alle fröhlich sein! Doch zuvor in der Passionszeit mutet uns Christus manch schroffes Wort zu. Der Meister ernst und seine Worte durchaus kaum vorstellbare Zumutung. Zu denen, die ihm folgen wollen: „Lass die Toten ihre Toten begraben“. Zu Petrus, dem späteren Fels: „Ehe der Hahn kräht wirst du mich 3x verraten“. Und zu der fleißigen Martha: „Deine Schwester Maria hat das bessere Teil erwählt“, als diese, zu seinen Füßen sitzend, IHM und seiner Botschaft lauscht. Ist das Recht? Und was sagt er zu mir am Sonntag Judika, an dem wir beten: Schaffe mir Recht!

ER, der doch alle, Gott sei Dank auch mich, einlädt in seine Gemeinschaft, besonders wenn es mir dreckig geht, ich mühselig und beladen bin. ER, der mir Erquickung und Ruhe verspricht. ER, mein Heiland, der mich aufrichtet, tröstet, liebevoll ansieht, und sich für mich einsetzt. ER, der mich nicht erst am Lebens-ende zum Leben befreit. ER, meine Hoffnung und meine Freude hat sagt heute so befremdliches, fast unverständliches: Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Die vorausgehende Einladung mit den werbenden Worten nehme ich gern in Anspruch. Daran glaube ich. Christi Nahesein erquickt mein Leben täglich. Nun aber die schweren Worte vom aufzunehmenden Joch. Worte, die wir nur beim Evangelisten Matthäus lesen. So wie wir es gehört haben übersetzt von Martin Luther. Damals im jungen Christentum aufgeschrieben wohl von einem Schüler oder Anhänger des Matthäus, etwa um das Jahr 85. Das jüdische Volk hatte gerade den verheerenden jüdisch-römischen Krieg (66-73) durchgemacht, und ihr kostbarer Tempel in Jerusalem war zerstört. Die Gesellschaft, eine Mischung aus alter jüdischer Tradition unter dem starken Einfluss der römischen hellenistischen Kultur. Es war eine Zeit mit einer großen Kluft zwischen Arm und Reich. Das einfache Volk litt unter großer Armut + brutaler Gewalt. Jesu besondere Fürsorge für die Armen und Vergessenen - eine wahrhaft revolutionäre Botschaft.

In diese Situation spricht Matthäus. Das Wort Joch hat viele Bedeutungen. Als Tragejoch klingt es nach schwerer Arbeit. In der Vergangenheit leisteten das meist Pferde in der Landwirtschaft. In Afrika wird es bis heute, vorwiegend von Frauen, über der Schulter zum Lastentransport getragen. Schon der Gedanke daran lässt vielleicht nicht nur meine Schultern schmerzen.

Unendlich schweres trägt Christus, unbestritten! Gerade in der Passionszeit erinnern wir uns dieser Größe und seinen Schmerzen. Und wohl niemand von uns kann so etwas aushalten. Weshalb bringt Jesus gerade sein schweres Joch und fordert uns, es IHM gleichzutun und zu lernen? 

Danke.liebe Elke, für deine predigt - der zweite Teil folgt hier morgen.

20. März 2026

Das Wochenende im Berliner Dom | online oder in Berlin

Das Wochenende naht und so auch das gottesdienstliche und musikalische Angebot im Berliner Dom.

Bevor ich also nächste Woche mal wieder eine predigt von Elke aus Lemgo poste, erst mal die Einladung in den Berliner Dom. Wer sich am Wochenende tatsächlich in Berlin aufhäl,t kann nicht nur den immer wieder besonderen Gottesdienst im Dom direkt erleben sondern auch eine Sonderausstellung des Bachhauses Eisenach „Ohne Berlin kein Bach“, die noch bis zum 3. Mai im Flur zur Kaiserloge zu sehen sein wird. Lohnt sich. Muss man aber in Berlin sein.

Die Ausstellung erläutert die Bach-Wiederentdeckung um 1800 in Berlin und die Hintergründe der Bachfest-Idee, die Veranstaltungen zum Berliner Bachfest 1901 und die weiteren Berliner Bachfeste 1926, 1976 und 1991. Regelmäßige Bachfeste gibt es seit 125 Jahren. Das erste fand 1901 in Berlin statt. Zum Jubiläum veranstaltet das Bachhaus Eisenach diese Kabinettausstellung im Berliner Dom. Zu allen Themen werden Original-Dokumente gezeigt.

Für alle, weit und breit und zu weit weg, gibt es aber immerhin den Dom-Gottesdienst im Live-Stream auf https://www.berlinerdom.de/live

Es predigt Bischof Frank Kopania, Vizepräsident des Kirchenamtes der EKD und damit auch Auslandsbischof der EKD. Durch die Liturgie führt Dompredigerin Christiane Münker. Die Orgelmusik wird mit Sicherheit wieder exquisit. 😊 Unser Domorganist spielt die große Sauerorgel.

Euch allen ein gesegnetes Wochenende
Tamara



 

19. März 2026

Ist Eva an allem Schuld? Frauen, die Wissen wagen | 15.-17.4.26

Wissen wagen – Feministisch-theologische Begegnungstage

Noch ein Bibeldialog im Kloster Stift zum Heiligengrabe (ca. 2 Stunden mit dem RE6 von Berlin aus) einem wunderbaren ehemaligen Zisterzienserinnenkloster. Also wie gebaut für eine feministisch-theologische Begegnung für Frauen und natürlich auch andere Interessierte. Das Leitungsteam reist aus ganz Europa an, die Teilnehmer*innen sind aktuell alle in Deutschland zu Hause, aber vielleicht ändert sind das noch: Es gibt noch ein paar freie Plätze.

Worum geht es denn? Es geht um Frauen und Bildung…

Ist Eva an allem schuld? War es ihr Wissensdurst, der uns alle in Schwierigkeiten gebracht hat? Heute ist unstrittig: Neugier ist ein wichtiger Faktor für unsere Entwicklung. Gerade für Frauen und Mädchen ist der Zugang zu Wissen und Bildung in zu vielen Teilen der Welt aber erschwert. Gleichzeitig gab und gibt es schon immer Frauen, die ihre Welt, ihre Kirchen und ihre Gesellschaften beeinflusst haben.

Aus dem Tagungsablauf
Mittwoch, 15. April 2026
Ab 16:00 Uhr Kaffee/Tee und Gebäck
16:30 -18:30 Uhr „Wer ist da? Ankommen, Kennenlernen, Erwartungen
19:30-21:00 Uhr Kurzer Einstieg ins Thema und Erwartungen an die Tagung
(Dr. Kinga Szûcs / Jāna Jēruma-Grīnberga)
21:00 Uhr Abendmeditation (Karin Bertheau)

Donnerstag, 16. April, 2026
9:00- 10.15 Uhr „Frauen, Prophetie und Zukunftssorgen“ (Dr. Kinga Szûcs)
Deuten Frauen die Welt anders – mit Blick auf Umwelt und Frieden?
10:30-12.00 Uhr „Früchte der Erkenntnis“ (Jāna Jēruma-Grīnberga)
Über Bilder von Weiblichkeit und den Zugang zu Bildung und Teilhabe
12:30 Uhr Lunch/Mittagessen und Pause mit Zeit zum Erkunden des Stifts
15:00-18.30 Uhr Frauenstimmen: Zeugnisse zu weiblichem Zugang zu Bildung
20:00-21:15 Uhr Konzert Herzensdinge (Amy Green und Beate Gatscha)
Weibliche Spiritualität in der frühen europäischen und indischen Mystik

Freitag, 17. Oktober 2025
9:00 -11:00 Uhr Auswertung und Ausblick: – Wohin bewegen wir uns? Was bleibt zu tun?
11:15 -12:00 Uhr Ökumenischer spiritueller Abschluss von Leitungsteam und Teilnehmenden gestaltet

Anmelden kann man sich noch bis zum 1. April: https://www.eaberlin.de/Wissen

 

 

18. März 2026

„In der Welt habt ihr Angst“ Fachtag Bibel 2026 - online am 25.3.26

Der Fachtag Bibel 2026 hat schon Tradition, findet aber zum ersten Mal unter der Mitregie der Bibeldialoge und online auf dem Account der Evangelischen Akademie zu Berlin statt. Zusammen mit Sven Hanson vom Mitteldeutschen Bibelwerk haben wir diese Zusammenkunft für alle, die sich intensiver und als Multiplikator*innen in der Bibelarbeit engagieren gestaltet.

Angst ist ein Thema, das uns wohl alle berührt und aktuell täglich neues Futter bekommt.

Auch in der Bibel sind Angst und Furcht dominierende Emotionen. Das wird zum Beispiel in Jesu Worten, als er sich vor seinem Tod von den Jüngern verabschiedet, auf den Punkt gebracht: „In der Welt habt ihr Angst“ (Johannes 16,33). Welche Verbindungen gibt es zwischen den biblischen Befunden und dem heutigen Blick auf das Thema Angst? Der Versuch, hier zu antworten, wirft weitere Fragen auf, deren Beantwortung für die Praxis bibelorientierter Arbeit hilfreich ist.

Der Fachtag Bibel soll interdisziplinär die biblischen und seelsorgerlichen Zugänge zum Thema Angst aufzeigen und einen ersten Austausch dazu ermöglichen. Auf dieser Basis kann für 2027 ein Forum mit methodisch-didaktischen Ansätzen zum Thema geplant werden. Inhaltliche Impulse geben Rüdiger Sachau, ehemaliger Direktor der Evangelischen Akademie zu Berlin, und Veikko Mynttinen, Studienleiter des Seelsorgerlichen Seminars an den Franckeschen Stiftungen.

Hier finden Sie Infos zum Ablauf dieser Online-Veranstaltung am 25. März 2026, von 9-12 Uhr: https://www.eaberlin.de/fachtag-bibel/

Noch sind ein paar Kacheln frei…

Herzlichen Gruß
Tamara